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Kolonnade der Karolinen- und Rudolfsquelle mit Kuppel im verschneiten Park vor dem Wald

Heilquellen

Quellenanalysen und wo Sie trinken können

Jede Marienbader Quelle ist anders zusammengesetzt — deshalb schmeckt jede anders, und deshalb bestimmt der Kurarzt die Trinkkur. Hier finden Sie die Analysen der wichtigsten Quellen übersichtlich nebeneinander.

So lesen Sie eine Quellenanalyse

Alle Marienbader Quellen sind kalte Säuerlinge: Sie treten mit 7–10 °C zutage und enthalten natürliches Kohlendioxid. Sie unterscheiden sich darin, wie viele und welche Mineralstoffe das Wasser auf seinem Weg durch das Gestein löst. Maßgeblich sind die Kationen (Natrium, Magnesium, Kalzium, Eisen) und Anionen (Chlorid, Sulfat, Hydrogencarbonat) — nach den überwiegenden erhält die Quelle ihre Fachbezeichnung, etwa „Sulfat-Hydrogencarbonat-Natrium-Säuerling“.

Die Gesamtmineralisierung gibt an, wie viele gelöste Stoffe ein Liter Wasser enthält. Der osmotische Druck zeigt, wie „dicht“ das Wasser im Vergleich zu den Körperflüssigkeiten ist: Alle Quellen in der Tabelle sind hypotonisch.

Chemische Zusammensetzung

Kationen, Anionen und Mineralisierung in mg/l, freies CO₂ in mg/kg. Geordnet von der am stärksten mineralisierten Quelle.

Kreuzbrunnen (III)

Analyse 2014 / 2017

9.845 mg/l
pH
6,6
Osmotischer Druck
631 kPa
Freies CO₂
2.305 mg/kg
Na
2.700
Mg
93,4
Ca
161
Fe
19,9
Cl
909
SO₄
3.130
HCO₃
2.841
Ferdinandsbrunnen (I)

Analyse 2013 / 2017

7.758 mg/l
pH
6,43
Osmotischer Druck
510 kPa
Freies CO₂
2.390 mg/kg
Na
2.070
Mg
85,6
Ca
124
Fe
17,6
Cl
787
SO₄
2.260
HCO₃
2.413
Waldquelle

Analyse 2014 / 2017

2.752 mg/l
pH
6,27
Osmotischer Druck
135 kPa
Freies CO₂
2.960 mg/kg
Na
549
Mg
79,2
Ca
99,8
Fe
9,9
Cl
151
SO₄
511
HCO₃
1.352
Rudolfsquelle

Analyse – / 2017

2.246 mg/l
pH
6,21
Osmotischer Druck
108 kPa
Freies CO₂
2.600 mg/kg
Na
85,8
Mg
133
Ca
266
Fe
14,5
Cl
42,8
SO₄
114
HCO₃
1.590
Karolinenquelle*

Analyse 2015 / 2017

1.651 mg/l
pH
6,18
Osmotischer Druck
95 kPa
Freies CO₂
2.710 mg/kg
Na
190
Mg
81,1
Ca
125
Fe
19,3
Cl
84,6
SO₄
203
HCO₃
948

* Die Werte stammen aus der Analyse von 2017. Der Ärztliche Katalog von Ensana 2025 gibt an, dass sich die Zusammensetzung der Karolinenquelle in den letzten Jahren verändert hat und ihr Magnesium- und Kalziumgehalt gesunken ist; die aktuelle Analyse wird derzeit überprüft.

Balbín-Quelle

Analyse 2013 / 2016

1.305 mg/l
pH
5,9
Osmotischer Druck
64 kPa
Freies CO₂
2.875 mg/kg
Na
93,4
Mg
79,4
Ca
102
Fe
21,7
Cl
30,4
SO₄
124
HCO₃
854
Antoniusquelle

Analyse – / 2018

1.235 mg/l
pH
6,02
Osmotischer Druck
78 kPa
Freies CO₂
2.315 mg/kg
Na
38
Mg
45,5
Ca
199
Fe
17,9
Cl
25,8
SO₄
38,4
HCO₃
870
469–564 mg/l
pH
5,65
Osmotischer Druck
25 kPa
Freies CO₂
2.580 mg/kg
Na
55,3
Mg
24
Ca
57,7
Fe
15,6
Cl
57,8
SO₄
64,4
HCO₃
288

Quelle: Mineralquellen in Marienbad für die Trinkkur (Minerální prameny v Mariánských Lázních k pitné léčbě; Bartoš, Nečasová, Knára, 2018); Analysen 2013–2018.

Klassifikation und Trinkstellen

Traditionelle Anwendung in der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung, wie sie das Buch angibt, und die Stellen, an denen das Wasser ausgeschenkt wird. Ob eine Trinkkur für Sie geeignet ist, entscheidet immer der Kurarzt.

Kreuzbrunnen (III)

Sulfat-Hydrogencarbonat-Natrium-Säuerling, eisenhaltig, kalt, hypotonisch, sehr stark mineralisiert

Traditionelle Anwendung in der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung
Erkrankungen des Verdauungsapparats, Verstopfung
Öffentliche Trinkstelle
Pavillon der Kreuzquelle
Trinkstelle im Kurhotel
—
Zur Quelle

Ferdinandsbrunnen (I)

Sulfat-Hydrogencarbonat-Chlorid-Natrium-Säuerling, kalt, hypotonisch, sehr stark mineralisiert

Traditionelle Anwendung in der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung
Erkrankungen des Verdauungsapparats, Verstopfung
Öffentliche Trinkstelle
Kolonnade der Ferdinandquelle in Úšovice
Trinkstelle im Kurhotel
Kurhotel Butterfly
Zur Quelle

Waldquelle

Hydrogencarbonat-Sulfat-Natrium-Säuerling, kalt, hypotonisch, stark mineralisiert

Traditionelle Anwendung in der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung
Magen- und Darmerkrankungen, Entzündungen von Galle und Leber; Urat- und Cystinsteine; erhöhte Harnsäure, Gicht, Diabetes Typ 2
Öffentliche Trinkstelle
Pavillon der Waldquelle; in der Saison auch an der Front des Kurhotels Nové Lázně
Trinkstelle im Kurhotel
Kurhotels Nové Lázně und Pacifik
Zur Quelle

Rudolfsquelle

Hydrogencarbonat-Kalzium-Magnesium-Säuerling, eisenhaltig, kalt, hypotonisch, stark mineralisiert

Traditionelle Anwendung in der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung
Erkrankungen der Nieren und Harnwege; erhöhte Harnsäure, Gicht; Adipositas, Osteoporose; Kalzium- und Magnesiummangel
Öffentliche Trinkstelle
Pavillon der Kreuzquelle; Kleine Kolonnade gegenüber dem Kurhotel Centrální Lázně; Pavillon der Rudolfsquelle in Úšovice
Trinkstelle im Kurhotel
—
Zur Quelle

Karolinenquelle

Hydrogencarbonat-Natrium-Magnesium-Kalzium-Säuerling, eisenhaltig, kalt, hypotonisch, stark mineralisiert

Traditionelle Anwendung in der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung
Erkrankungen der Nieren und Harnwege, vor allem Oxalatsteine; Diabetes Typ 2; Gicht
Öffentliche Trinkstelle
Pavillon der Kreuzquelle; Kleine Kolonnade am Kurhotel Centrální Lázně
Trinkstelle im Kurhotel
—
Zur Quelle

Balbín-Quelle

Hydrogencarbonat-Magnesium-Kalzium-Natrium-Säuerling, kalt, hypotonisch, mittel mineralisiert

Traditionelle Anwendung in der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung
Oxalatsteine, idiopathische Hyperkalziurie; Diabetes Typ 2; Adipositas
Öffentliche Trinkstelle
an der Skulpturengruppe der Monarchen im Park vor dem Hotel Bohemia
Trinkstelle im Kurhotel
Kurhotels Centrální Lázně, Hvězda und Vltava
Zur Quelle

Antoniusquelle

Hydrogencarbonat-Kalzium-Magnesium-Säuerling, eisenhaltig, kalt, hypotonisch, mittel mineralisiert

Traditionelle Anwendung in der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung
erfrischendes Getränk; nicht für die Trinkkur genutzt
Öffentliche Trinkstelle
Pavillon der Antoniusquelle in Úšovice
Trinkstelle im Kurhotel
—
Zur Quelle

Ambrosiusquellen (I, II, III)

einfache eisenhaltige Säuerlinge, kalt, hypotonisch, schwach bis mittel mineralisiert

Traditionelle Anwendung in der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung
Harnsteine unbekannter Zusammensetzung, auch infektbedingte; erhöhte Harnsäure; Gicht
Öffentliche Trinkstelle
vor dem Kurhotel Centrální Lázně
Trinkstelle im Kurhotel
Verbindungsgang zwischen den Kurhotels Centrální Lázně und Nové Lázně
Zur Quelle

Die Trinkstellen entsprechen dem Stand des Buches (2018). Außerhalb der Saison können einzelne geschlossen sein; Trinkstellen in Kurhotels stehen den Gästen des jeweiligen Hauses zur Verfügung.

Das Buch enthält auch Analysen der Alexandrinen-, Augustin-, Edward-VII.-, Josef-, St.-Maria-Eva- und Zentralquelle. Wir ergänzen sie, sobald geprüft ist, wo sie heute zugänglich sind.

Über die Trinkkur entscheidet der Kurarzt

Die Tabelle beschreibt das Wasser, nicht die Behandlung. Welche Quelle, wie viele Becher und zu welcher Tageszeit, legt der Kurarzt nach der Eingangsuntersuchung fest — nach Diagnose, Begleiterkrankungen und Medikamenten.

Stark mineralisierte Quellen mit hohem Natriumgehalt (Kreuzbrunnen, Ferdinandsbrunnen) sind nicht für jeden geeignet. Wenn Sie Bluthochdruck, eine Herz- oder Nierenerkrankung haben oder salzarm essen sollen, sprechen Sie vor der Trinkkur mit Ihrem Arzt.

Kleines Glossar

Säuerling
Mineralwasser mit mehr als 1 000 mg gelöstem Kohlendioxid pro Liter. Beruht seine Wirkung allein auf dem Kohlendioxid, spricht man von einem einfachen Säuerling.
Heilwasser
Das tschechische Kurortgesetz (Nr. 164/2001 Slg.) zählt zu den Mineralwässern natürlich vorkommendes Grundwasser ursprünglicher Reinheit mit mindestens 1 g/l gelösten festen Stoffen oder 1 g/l gelöstem Kohlendioxid bzw. weiteren gesetzlichen Merkmalen. Für die Trinkkur wird nur Wasser verordnet, das als natürliche Heilquelle anerkannt ist.
Hypotonisches Wasser
Wasser mit niedrigerem osmotischem Druck als die Körperflüssigkeiten (unter 710 kPa). Alle Quellen in der Tabelle sind hypotonisch.

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