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Indikationen und Kontraindikationen der Kurbehandlung

Übersicht der Krankheiten, die in Marienbad behandelt werden, und die allgemeinen Kontraindikationen einer Kurbehandlung — nach dem Indikationsverzeichnis des Kurbetriebs.

Die Marienbader Kur ist kein Wellnessaufenthalt, sondern eine ärztlich begleitete Behandlung auf Grundlage natürlicher Heilmittel. Die folgende Übersicht zeigt, welche Krankheiten hier behandelt werden und unter welchen Umständen eine Kurbehandlung nicht möglich ist.

Behandelte Krankheiten

Onkologische Krankheiten

  • Onkologische Fälle nach Beendigung einer komplexen Behandlung, ohne irgendwelche Anzeichen eines Rückfalls

Krankheiten des Kreislaufsystems

  • Symptomatische ischämische Herzleiden
  • Zustand nach einem Myokardinfarkt
  • Hypertoniekrankheiten II. bis III. Grads
  • Erkrankungen der Adern von den Extremitäten bedingt durch Atherosklerose oder eine Entzündung
  • Funktionsstörungen der peripheren Gefäße und Zustände nach Thrombosen, frühestens 3 Monate nach Abklingen des akuten Stadiums
  • Chronisches Lymphödem
  • Zustände nach rekonstruktiven und Revaskularisationsoperationen am Gefäßsystem außer dem Herz
  • Zustände nach einer perkutanen transluminalen Angioplastie

Krankheiten des Verdauungssystems

  • Chronische und rezidive Erkrankungen des Magens und des Darms mit Maldigestionsanzeichen, die bei einer standardmäßigen Pharmakotherapie anhaltend sind
  • Zustände nach schweren Darminfektionen, Parasitosen und mykotische Erkrankungen
  • Zustände nach Operationen des Magens, des Zwölffingerdarms, der Speiseröhre und des Darms mit postresektiver, endoskopisch nachgewiesener Symptomatologie
  • Crohnsche Krankheit
  • Colitis ulcerosa
  • Chronische Erkrankungen der Gallenblase und des Gallentrakts mit Lithiasis, sofern es sich um eine kontraindizierte Operation handelt
  • Sklerosierende Cholangitis
  • Funktionsstörungen des Gallentrakts
  • Zustände nach komplizierten Operationen der Gallenblase und des Gallentrakts, nach Eingriffen an den Gallenwegen aufgrund von Lithiasis und Stenosis (Pankreatitis, Cholangitis, Ikterus, Instrumentation an den Gallenwegen, ERCP)
  • Zustände nach Dissolution von Steinen und extrakorporaler Lithotripsie
  • Zustände nach akuter Hepatitis beliebiger Ätiologie und nach toxischer Leberschädigung (durch Medikamente sowie auch arbeitsbedingt)
  • Chronische Hepatitis mit anhaltendem Markerpositivum
  • Assoziierte autoimmune Hepatitis
  • Primäre biliäre Zirrhose
  • Zustände nach resektiven Operationen und Lebertransplantationen oder Operationen und Pankreastransplantationen
  • Zustände nach akuter Pankreatitis oder nach Exazerbation der chronischen Pankreatitis
  • Nachgewiesene chronische Pankreatitis

Krankheiten aufgrund von Stoffwechsel- und Hormondrüsenstörungen

  • Diabetes mellitus

Nichttuberkulöse Krankheiten der Atemorgane

  • Zustände nach Operation der oberen und unteren Atemwege; bezieht sich nicht auf Zustände nach der Operation der Tonsillen, der adenoiden Vegetationen und der Nasenscheidewand
  • Zustände nach Lungentransplantationen
  • Schäden am Kehlkopf sowie der Stimmbänder infolge einer Überlastung der Stimme
  • Zustände nach phonochirurgischen Behandlungen
  • Zustände nach komplizierten Lungenentzündungen
  • Bronchiektasen
  • Rezidive Entzündungen der unteren Atemwege und chronische Entzündungen der Atemorgane als Berufskrankheit entsprechend einer anderen Rechtsvorschrift
  • Bronchialasthma
  • Chronische obstruktive Lungenkrankheiten
  • Interstitielle Lungenfibrose beliebiger Ätiologie in ständiger Behandlung
  • Folgen von toxischen Einwirkungen von Gasen, Rauch, ätzenden Dämpfen und Reizstaub auf die oberen und unteren Atemwege

Nervenkrankheiten

  • Polyneuropathie mit paretischen Erscheinungen
  • Wurzelsyndrom mit Irritations-Ausfallsyndrom
  • Zustände nach Verletzungen und Operationen des Gehirns, des Rückenmarks und des peripheren Nervensystems mit Bewegungsstörungen mit Anzeichen, dass die Funktion wiederhergestellt wird
  • Nervenmuskelerkrankungen — primäre, sekundäre und degenerative Erkrankungen
  • Syringomyelie mit paretischen Erscheinungen
  • Parkinsonkrankheit

Krankheiten des Bewegungsapparats

  • Rheumatoide Arthritis I. bis IV. Grads, einschließlich juveniler Arthritis, mit ständig ambulanter Behandlung
  • Ankylosierende Spondylitis (Bechterew-Krankheit) mit ständig ambulanter Behandlung
  • Sonstige seronegative Spondarthritis mit ständig ambulanter Behandlung (psoriatische Arthritis, Reiter-Syndrom, enteropathische Arthritis, reaktive-parainfektiöse Arthritis)
  • Sekundäre Arthritis mit ständig ambulanter Behandlung
  • Rheumatismus außer Gelenkrheumatismus mit ständig ambulanter Behandlung
  • Diffusionserkrankungen verbunden mit ständig ambulanter Behandlung (systemischer Lupus erythematodes, Sklerodermie, Polymyositis, Dermatomyositis, Sjögren-Syndrom und sonstige überlagernde Syndrome)
  • Osteoporose mit Komplikationen, sofern die ständige ambulante Behandlung zur Rehabilitation von länger als 3 Monaten nicht effektiv war
  • Knochenveränderungen infolge von Arbeitstätigkeiten in Druckluft als Berufskrankheit entsprechend einer anderen Rechtsvorschrift
  • Schmerzhafte Symptome der Sehnen, der Sehnenscheiden, der Schleimbeutel, der Muskelansätze, der Skelettmuskeln oder der Gelenke (einschließlich von Erkrankungen durch Vibrationen sowie durch langfristige, überdurchschnittliche, einseitige Belastung als Berufskrankheit entsprechend einer anderen Rechtsvorschrift)
  • Koxarthrose, Gonarthrose mit ständig ambulanter Behandlung bei einem Orthopäden und Arzt für Rehabilitation
  • Arthrose an anderen Stellen, Arthropathie
  • Chronisches vertebragenes algisches Syndrom von funktionellem Ursprung mit ständig ambulanter Behandlung
  • Zustände nach orthopädischen Operationen mit Gelenkersatz
  • Zustände nach Unfällen des Bewegungsapparats und nach orthopädischen Operationen, einschließlich der Zustände nach Operationen der Bandscheiben und einer Verengung des Wirbelsäulenkanals, sofern eine ambulante oder stationäre Rehabilitation nicht effektiv ist
  • Zustände nach Amputationen der unteren Gliedmaßen, Aktivitätsgrad 1 bis 4, wo der Versicherte eine Prothese erhält

Krankheiten des Harnsystems

  • Rezidive und chronische nichttuberkulöse Entzündungen der Nieren und Harnwege, die gegen eine ATB-Behandlung sowie andere pharmakologische Behandlung resistent sind, mit ständiger Behandlung bei einem Urologen von mindestens 12 Monaten
  • Zystische Erkrankungen der Nieren
  • Nephrolithiasis ohne Stauung in den Harnwegen
  • Nephrokalzinose
  • Zustände nach Operationen der Nieren und Harnwege, einschließlich endovesikaler Operationen sowie von Zuständen nach komplizierter Prostatektomie und Nephrolithotripsie, Behandlung nach LERV (nicht invasive Behandlung von Harnsteinen durch Stoßwellen außerhalb des Körpers)
  • Chronische Prostatitis oder chronische Prostatovesikulitis, die resistent gegen eine pharmakologische Behandlung sowie eine ATB-Behandlung ist, mit ständiger Behandlung bei einem Urologen von mindestens 12 Monaten
  • Zustände nach Nierentransplantationen bei stabilisierter Funktion des Transplantats (der transplantierten Niere)
  • Organspender (einer Niere)

Hautkrankheiten

  • Atopisches Ekzem
  • Generalisierte und arthropathische Psoriasis vulgaris

Allgemeine Kontraindikationen einer Kurbehandlung

Auch bei einer indizierten Diagnose ist eine Kurbehandlung nicht möglich, wenn einer der folgenden Umstände vorliegt. Die endgültige Beurteilung trifft immer ein Arzt.

  1. Infektionskrankheiten, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, und Bakterienübertragung, vor allem Bauchtyphus und Paratyphus. Ist eine für die Kurbehandlung indizierte Krankheit mit TBC der Atmungsorgane oder einer anderen Form von TBC verbunden, kann die Kurbehandlung erst nach dem ordentlichen Beenden der Behandlung mit Antituberkulotika genehmigt werden.
  2. Alle Krankheiten im akuten Stadium.
  3. Klinische Anzeichen von Kreislaufschwäche, maligne Arrhythmie.
  4. Zustände nach tiefer Thrombose bis 3 Monate nach dem Abklingen der Beschwerden, Zustände nach einer Oberflächenthrombose bis 6 Wochen nach dem Abklingen der Beschwerden.
  5. Instabiler Diabetes mellitus (mit Ausnahme von Kindern und Jugendlichen) und dekompensierter Diabetes mellitus.
  6. Häufig wiederkehrende profuse Blutungen aller Typen.
  7. Alle Typen von Kachexie.
  8. Bösartige Tumore während und nach der Behandlung mit klinisch feststellbaren Anzeichen des Andauerns der Krankheit.
  9. Epilepsie, bis auf Fälle, bei denen es in den letzten 3 Jahren zu keinem Anfall kam und bei denen das EEG keine epileptischen Graphoelemente registriert hat. Dauern die pathologischen Veränderungen im EEG-Bericht an, kann die Heilbehandlung aufgrund einer positiven Erklärung des betreuenden Neurologen beantragt werden.
  10. Aktive Anfälle oder Phasen von Psychosen und geistigen Störungen mit asozialen Erscheinungsformen oder Kommunikationsschwächen, transitorische Verwirrungszustände.
  11. Alkoholabhängigkeit, Suchtmittelabhängigkeit.
  12. Kranke Personen, die auf die Hilfe einer anderen Person bei der Selbstversorgung angewiesen sind (mit Ausnahme von blinden Personen). Die Aufnahme ist ggf. nach vorheriger Absprache mit dem leitenden Arzt der Kuranstalt möglich.
  13. Harn- und Darminkontinenz, Enuresis nocturna.
  14. Rauchen bei Jugendlichen und bei Kranken.
  15. Schwangerschaft.
  16. Nicht heilende Hautdefekte aller Ursprünge.
  17. Hypertonie über 16 kPa des diastolischen Drucks (120 mm Hg).

Bevor Sie sich entscheiden

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Über die Eignung, den Umfang und die Dauer einer Kurbehandlung entscheidet immer ein Arzt. Bei einem selbst gezahlten Aufenthalt beraten Sie die Ärzte der Kurhotels bei der Eingangsuntersuchung.

Quelle: Indikationsverzeichnis Marienbad der Léčebné lázně Mariánské Lázně a.s., Ausgabe 2025.

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