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Kur nach Diagnose

Kur bei koronarer Herzkrankheit und nach Herzinfarkt

Die symptomatische koronare Herzkrankheit und der Zustand nach einem Herzinfarkt stehen als eigene Positionen auf der tschechischen Indikationsliste. In Marienbad läuft die Behandlung über dosierte Bewegung im Gelände, Gruppenübungen für Herzgäste und die örtlichen Anwendungen mit Kohlendioxid — immer unter ärztlicher Kontrolle und immer als Ergänzung zur kardiologischen Behandlung.

Kurgast liegt im abgedichteten Beutel eines trockenen Gasbads mit natürlichem Kohlendioxid
Kurgast liegt im abgedichteten Beutel eines trockenen Gasbads mit natürlichem Kohlendioxid

Was hier behandelt wird

  • Symptomatische koronare Herzkrankheit in stabilem, kardiologisch geführtem Zustand
  • Zustand nach Herzinfarkt, nach Abschluss der akuten Behandlung und mit Freigabe des Kardiologen
  • Nachlassende Belastbarkeit und Unsicherheit beim Wiederaufnehmen von Bewegung
  • Begleitende Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhte Blutfette, Bluthochdruck oder Bewegungsmangel
  • Zustand nach Eingriffen am Gefäßsystem außerhalb des Herzens und nach perkutaner Angioplastie

So läuft die Kur ab

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Eingangsuntersuchung am Anreisetag

Der Kurarzt sichtet Ihre kardiologischen Befunde und die Medikation, misst Blutdruck und Puls und beurteilt die Belastbarkeit. Bringen Sie die Freigabe Ihres Kardiologen sowie die Untersuchungen mit, die die Indikationsliste für die Gruppe der Kreislaufkrankheiten fordert; ohne sie kann der Plan nicht vollständig aufgestellt werden.

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Erste Woche: Belastung vorsichtig anlegen

Begonnen wird mit kurzen, flachen Gehstrecken und Gruppenübungen mit niedriger Intensität. Aus den örtlichen Heilmitteln kommt meist das trockene Gasbad zum Einsatz, weil es ohne Wärmebelastung für den Kreislauf auskommt.

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Zweite Woche: Ausdauer aufbauen

Die Wege werden länger und die Steigungen größer, immer in abgestuften Etappen und mit Kontrolle von Puls und Blutdruck. Parallel läuft die Ernährungsberatung zu Blutfetten, Salz und Gewicht.

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Abschlussuntersuchung und Plan für zu Hause

Belastbarkeit und Verlauf werden beurteilt und schriftlich festgehalten; den Bericht nehmen Sie für Ihren Kardiologen mit. Sie erhalten ein Bewegungsprogramm für zu Hause — der Nutzen hängt daran, dass es fortgeführt wird.

Angewandte Anwendungen

Trockenes Gasbad im Mariengas
Das natürliche Kohlendioxid der Marienquelle wird in einem abgedichteten Beutel angewandt, ohne Wasser und ohne Wärmebelastung — deshalb bei Herzdiagnosen häufig die erste Wahl.
Gasinjektionen mit Mariengas
Unter die Haut gesetzte Injektionen des natürlichen Kohlendioxids; sie gehören in Marienbad zum Programm bei ischämischer Herzkrankheit und werden ausschließlich vom Arzt verordnet.
Kohlensäurebad im Mineralwasser
Bad bei rund 34 °C; die niedrige Temperatur hält die Kreislaufbelastung gering, während das Kohlendioxid über die Haut aufgenommen wird.
Terrainkur und Klimatherapie
Geführtes Gehen auf abgestuften Wegen mit schrittweise steigender Belastung, in 630 Metern Höhe und unter ärztlicher Kontrolle.
Gruppenübungen für Herzgäste
Geleitete Einheiten, die eigens für kardiologische Diagnosen zusammengestellt sind, mit Atem-, Ausdauer- und Beweglichkeitsanteilen.
Bewegungstherapie im Becken
Übungen im warmen Wasser, die Gelenke schonen und die Belastung gut dosieren lassen.
Ernährungsberatung
Einzelgespräche zu Blutfetten, Salz und Gewicht, begleitet von der Kurdiät während des Aufenthalts.

Wie lange und wann

Die tschechische Indikationsliste unterscheidet hier zwei Positionen. Die symptomatische ischämische Herzkrankheit (II/1) sieht als Grundaufenthalt 21 Tage Zuschussbehandlung vor, der Wiederholungsaufenthalt läuft ebenfalls über 21 Tage Zuschussbehandlung, in bestimmten Fällen über 14. Für den Zustand nach einem Herzinfarkt (II/2) sind 28 Tage komplexe Kurbehandlung vorgesehen; eine gesonderte Wiederholungsposition gibt es dafür nicht. Selbstzahler stimmen die Dauer mit dem Kurarzt und dem Kardiologen ab. Der Zeitpunkt richtet sich nach dem kardiologischen Verlauf, nicht nach der Jahreszeit.

Was die Studien zeigen

Am besten belegt ist der Bewegungsanteil der Kur, nicht das Bad. Ein Cochrane-Review zur bewegungsbasierten kardiologischen Rehabilitation bei koronarer Herzkrankheit fand innerhalb von zwölf Monaten ein geringeres Risiko für einen Herzinfarkt (RR 0,72) und für Krankenhausaufenthalte (RR 0,58), wahrscheinlich auch eine leicht niedrigere Gesamtsterblichkeit, langfristig eine niedrigere kardiovaskuläre Sterblichkeit sowie eine etwas bessere Lebensqualität (Dibben et al., 2021, Cochrane Database Syst Rev). Wichtig für die Einordnung: Untersucht wurden ambulante und klinische Rehabilitationsprogramme, nicht Kuraufenthalte, weniger als 15 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen, und die Berichtsqualität der Einzelstudien schwankt. Für die Anwendungen mit Kohlendioxid selbst beschreibt eine Übersichtsarbeit drei Haupteffekte — Abfall der Körpertemperatur, stärkere Hautdurchblutung und Wärmegefühl — und fordert methodisch bessere Studien (Pagourelias et al., 2011, Int J Biometeorol). Keine dieser Arbeiten zeigt, dass eine Kur die kardiologische Behandlung oder ihre Medikamente ersetzen kann.

Erfahrung und laufende Forschung

Trockene Gasbäder, Gasinjektionen und die geführte Terrainkur gehören in Marienbad seit langem zum Programm für Herzgäste; der Kurarzt dosiert die Belastung nach dem kardiologischen Befund und aus klinischer Erfahrung. Wie es dem einzelnen Gast dabei ergeht, bleibt nicht ungeprüft: Jeder Behandlungsaufenthalt beginnt mit einer Eingangs- und endet mit einer Abschlussuntersuchung samt schriftlichem Abschlussbericht, sodass der Verlauf dokumentiert ist und der Kurarzt den Plan unterwegs anpassen kann. Für die Kurmedizin als Fach entsteht derzeit erstmals seit Langem systematische Evidenz. Das Institut lázeňství a balneologie, v.v.i., die 2019 vom Karlsbader Kreis gegründete Forschungseinrichtung für Kurwesen und Balneologie, führt seit 2026 gemeinsam mit den Léčebné lázně Mariánské Lázně die erste klinische Studie dieses Formats seit dreißig Jahren durch. Sie betrifft urologische und nephrologische Diagnosen, nicht die auf dieser Seite beschriebene: Mehr als hundert Patienten werden vor und nach dem Kuraufenthalt auf Gesundheitszustand und Lebensqualität untersucht, fachlicher Garant ist prim. MUDr. Ladislav Špišák, CSc.; Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Studie läuft im Projekt Zentrum für Kurforschung (2024 bis 2027), das aus dem Operationellen Programm Gerechter Übergang finanziert wird und mit der Tschechischen Technischen Universität, der Westböhmischen Universität und der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik zusammenarbeitet. Was dabei herauskommen kann, zeigt die frühere Zusammenarbeit desselben Instituts mit den Marienbader Kurhäusern: Die gemeinsame Studie zur Kurrehabilitation nach COVID-19 erhielt 2021 den Innovation Award der European Spas Association in der Kategorie Medical Spa Scientific Research.

Wann eine Kur nicht infrage kommt

  • Instabile Angina pectoris sowie frischer Herzinfarkt ohne abgeschlossene Akutbehandlung
  • Herzinsuffizienz im Stadium NYHA IV, AV-Block zweiten bis dritten Grades und aktive Endokarditis — die Indikationsliste schließt sie für die ganze Gruppe aus
  • Schwere Herzerkrankung, die in der allgemeinen Kontraindikationsliste des Kurorts steht
  • Fehlende Freigabe des Kardiologen oder fehlende Eingangsuntersuchungen, die die Indikationsliste für die Gruppe II verlangt
  • Fortgesetztes Rauchen: die Indikationsliste verlangt für die Kreislaufgruppe Nikotinabstinenz

Ob und wann eine Kur bei Ihrer Herzerkrankung infrage kommt, entscheidet der Kurarzt bei der Eingangsuntersuchung anhand der kardiologischen Befunde und der Freigabe Ihres Kardiologen. Der Aufenthalt ergänzt die kardiologische Behandlung und ersetzt weder sie noch Ihre Medikamente; ändern Sie diese nicht ohne Zustimmung Ihres Arztes. Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Darf ich nach einem Herzinfarkt zur Kur?

Ja, nach Abschluss der Akutbehandlung und mit Freigabe des Kardiologen. Der Zustand nach einem Herzinfarkt ist Position II/2 der tschechischen Indikationsliste und sieht 28 Tage komplexe Kurbehandlung vor. Ausgeschlossen sind instabile Verläufe sowie die Zustände, die die Indikationsliste für die ganze Kreislaufgruppe ausschließt: AV-Block zweiten bis dritten Grades, Herzinsuffizienz im Stadium NYHA IV und aktive Endokarditis.

Was bringt eine Kur bei koronarer Herzkrankheit?

Der Teil mit der besten Evidenz ist die dosierte Bewegung. Ein Cochrane-Review zur bewegungsbasierten kardiologischen Rehabilitation fand innerhalb von zwölf Monaten weniger Herzinfarkte und weniger Krankenhausaufenthalte sowie langfristig eine niedrigere kardiovaskuläre Sterblichkeit — allerdings in ambulanten und klinischen Programmen, nicht in Kuraufenthalten. In Marienbad kommen die geführte Terrainkur, Gruppenübungen für Herzgäste und die Anwendungen mit Kohlendioxid zusammen, unter täglicher ärztlicher Kontrolle.

Muss ich für die Kur mit dem Rauchen aufhören?

Für Aufenthalte, die über die tschechische Indikationsliste laufen, ja: Für die Gruppe der Kreislaufkrankheiten ist Nikotinabstinenz eine Voraussetzung, die in der Verordnung selbst steht. Unabhängig davon ist das Rauchen der Risikofaktor, der den Nutzen eines Kuraufenthalts bei dieser Diagnose am stärksten begrenzt.

Welche Anwendung ist bei Herzerkrankungen die schonendste?

Meist das trockene Gasbad im Mariengas. Es wirkt über das Kohlendioxid, das durch die Haut aufgenommen wird, kommt aber ohne Wasser und ohne Wärmebelastung aus. Moorpackungen sind dagegen eine wärmeintensive Anwendung und für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine deutliche Belastung; über ihre Eignung entscheidet immer der Arzt.

Welche Unterlagen soll ich mitbringen?

Die Freigabe und den aktuellen Befund Ihres Kardiologen, eine vollständige Medikamentenliste und die Untersuchungen, die die Indikationsliste für die Gruppe der Kreislaufkrankheiten verlangt. Je vollständiger die Unterlagen, desto genauer kann der Kurarzt die Belastung dosieren; fehlen sie, fällt der Plan vorsichtiger aus.

Quellen

Studien und offizielle Dokumente, auf die sich dieser Artikel stützt. Unsere Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

  1. Klinische Studie zu den objektiven Wirkungen der komplexen Kurbehandlung bei urologischen und nephrologischen Diagnosen (NCT07435844) — Laufende Studie des Instituts lázeňství a balneologie mit den Léčebné lázně Mariánské Lázně, mehr als hundert Patienten, Beginn 2026. Sie betrifft urologische und nephrologische Diagnosen; Ergebnisse liegen noch nicht vor.
  2. Indikationsliste für die Kurbehandlung (Verordnung Nr. 2/2015 Slg.), Gruppe II — Positionen II/1 und II/2 — Symptomatische ischämische Herzkrankheit: Grundaufenthalt 21 Tage Zuschussbehandlung, Wiederholungsaufenthalt 21 (in bestimmten Fällen 14) Tage. Zustand nach Herzinfarkt: 28 Tage komplexe Kurbehandlung ohne gesonderte Wiederholungsposition.
  3. Verordnung Nr. 2/2015 Slg. über die fachlichen Kriterien der kurmedizinischen Rehabilitationspflege — Gruppe II — Vollständiger Wortlaut der Indikationsliste für Kreislaufkrankheiten samt Kontraindikationen (AV-Block II. bis III. Grades, NYHA IV, aktive Endokarditis), geforderter Nikotinabstinenz und Eingangsuntersuchungen. Tschechischer Text.
  4. Dibben G et al. 2021, Cochrane Database Syst Rev — Review zur bewegungsbasierten kardiologischen Rehabilitation bei koronarer Herzkrankheit — Innerhalb von 12 Monaten weniger Herzinfarkte (RR 0,72) und Krankenhausaufenthalte (RR 0,58), langfristig niedrigere kardiovaskuläre Sterblichkeit. Ambulante und klinische Programme, nicht Kurbehandlung; unter 15 % Frauen.
  5. Pagourelias ED et al. 2011, Int J Biometeorol — Übersicht zur CO₂-Balneotherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen — Drei Haupteffekte: Abfall der Körpertemperatur, stärkere Hautdurchblutung, Wärmegefühl; die Autoren fordern methodisch bessere Studien.
  6. Resch KL, Just U 1994, Wien Med Wochenschr — Übersicht zu Möglichkeiten und Grenzen der CO₂-Balneotherapie — Kontrollierte Belege nur für periphere arterielle Verschlusskrankheit, trophische Ulzera, Mikroangiopathien und leichte Hypertonie. Ältere Übersicht.

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