Herz und Gefäße vor dem Winter — die Herz-Kreislauf-Kur in Marienbad
Der Blutdruck steigt mit der Kälte, und im Winter häufen sich die Herz-Kreislauf-Ereignisse. Ein Leitfaden zur Kur bei Erkrankungen des Kreislaufsystems in Marienbad — Kohlensäurebehandlungen, Terrainkur und ein Reizklima auf 630 Metern. Und warum man die Kur in den Herbst legt.

Der Winter ist die härteste Jahreszeit für den Kreislauf
An Herz und Gefäße denken die meisten Menschen erst, wenn es zu spät ist. Dabei gibt es einen ziemlich verlässlichen Kalender: der Blutdruck schwankt mit der Jahreszeit. Eine 2021 in der Fachzeitschrift Hypertension Research erschienene Übersichtsarbeit fasst zusammen, dass der Tagesblutdruck im Winter höher liegt als im Sommer, dass dafür vor allem die Kälte verantwortlich ist — und dass genau dieser winterliche Anstieg mit der erhöhten Zahl kardiovaskulärer Ereignisse in den kalten Monaten zusammenhängt (Narita, Hoshide, Kario, 2021). Eine ältere Übersicht derselben Zeitschrift ergänzt, dass im Winter auch weitere Risikofaktoren ansteigen, sodass die Einschätzung des individuellen Risikos je nach Jahreszeit unterschiedlich ausfällt (Modesti et al., 2018).
Daraus folgt etwas sehr Praktisches. Eine Herz-Kreislauf-Kur macht man nicht, damit es einem in der Kurwoche gut geht. Man macht sie, um mit besserer Kondition, eingestellter Medikation und eingeübtem Tagesrhythmus in die Heizperiode, in die Frostmorgen und in den Weihnachtsstress zu gehen. Spätsommer und Herbst sind dafür der logische Termin — und zufällig auch die ruhigste Zeit des Kurjahres.
Marienbad liegt näher, als viele denken
Für Gäste aus Deutschland ist die Anreise der kleinste Teil der Planung: Nürnberg liegt rund 170 Kilometer entfernt, München etwa 280, Frankfurt am Main rund 410 und Berlin etwa 420 Kilometer. Von Nordbayern aus ist Marienbad damit näher als die meisten deutschen Heilbäder mit vergleichbarem Profil — und die tschechische Grenze überquert man im Schengenraum ohne Kontrolle.
Was „Erkrankungen des Kreislaufsystems" im Kurbetrieb bedeutet
Die tschechische Kurmedizin arbeitet mit einer gesetzlichen Indikationsliste (Anlage 5 des Gesetzes Nr. 48/1997 Slg., ausgeführt durch die Verordnung Nr. 2/2015 Slg.). Die Erkrankungen des Kreislaufsystems bilden darin die Indikationsgruppe II — direkt nach den onkologischen Erkrankungen. Dazu zählen Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Zustände nach Herzinfarkt, Zustände nach herzchirurgischen Eingriffen, periphere arterielle Verschlusskrankheit und chronische Veneninsuffizienz.
Marienbad behandelt diese Gruppe. Der Betreiber der hiesigen Bäder, die Léčebné lázně Mariánské Lázně a.s. (heute unter der Marke Ensana), führt neben Erkrankungen des Bewegungsapparats, der Verdauungs-, Atem- und Harnwege sowie neurologischen und Hauterkrankungen ausdrücklich die Erkrankungen des Kreislaufsystems als Indikationsgruppe für Erwachsene. Das ist kein Randthema: die Kombination aus natürlichem Kohlendioxid, ausgedehnten Kurwäldern und submontanem Reizklima ist für dieses Krankheitsbild ungewöhnlich gut zusammengesetzt.
Für deutsche Gäste gilt allerdings ein anderer Rahmen als für tschechisch Versicherte: Die tschechische Indikationsliste regelt die Kostenübernahme der tschechischen Kassen; auch die Dauer des Aufenthalts legt nicht der Kurbetrieb fest, sondern die Liste — je nach Diagnose. Die Indikationsliste führt die Diagnosen dieser Gruppe im Einzelnen so auf:
Krankheiten des Kreislaufsystems
Diagnosen dieser Indikationsgruppe
Symptomatische ischämische Herzleiden
Zustand nach einem Myokardinfarkt
Hypertoniekrankheiten II. bis III. Grads
Erkrankungen der Adern von den Extremitäten bedingt durch Atherosklerose oder eine Entzündung
Funktionsstörungen der peripheren Gefäße und Zustände nach Thrombosen, frühestens 3 Monate nach Abklingen des akuten Stadiums
Chronisches Lymphödem
Zustände nach rekonstruktiven und Revaskularisationsoperationen am Gefäßsystem außer dem Herz
Zustände nach einer perkutanen transluminalen Angioplastie
Ob eine Kur infrage kommt, klärt Ihr Arzt; die Kostenfrage läuft über Krankenkasse, Beihilfe oder als Selbstzahler. Vollständige Indikationsliste und Kontraindikationen
Wer aus Deutschland kommt, reist entweder als Selbstzahler an oder klärt vorab, was die eigene Kasse, die Beihilfe oder eine ambulante Badekur im EU-Ausland trägt. Wie das im Einzelnen funktioniert, steht in unseren Ratgebern zur ambulanten Badekur in Tschechien und zur Frage, wer bei einer Kur in Marienbad was zahlt.
Kohlensäurebehandlungen: das, wofür man herkommt
Marienbad steht auf vulkanischem Untergrund, und neben über vierzig Mineralquellen tritt aus ihm auch trockenes Gas aus. Das Marienquellgas aus der Marienquelle hat einen Kohlendioxidgehalt von 99,7 % und kommt in dieser Reinheit sonst nirgends vor.
Für das Kreislaufsystem zählt vor allem das Kohlensäurebad. Das Kohlendioxid wird über die Haut aufgenommen, erweitert die kleinen Gefäße und erhöht die Durchblutung in der Peripherie: In einer kleinen Cross-over-Studie mit 18 Patienten stieg beim Eintauchen der Füße in Kohlensäurewasser die Hautdurchblutung, in gewöhnlichem Wasser nicht (Hartmann et al., 1997, Angiology; künstlich angereichertes Wasser, einmaliges Bad). Deshalb gehören Kohlensäureanwendungen bei Bluthochdruck, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und chronischer Veneninsuffizienz zur klassischen Balneotherapie; kontrollierte Belege fasst eine ältere Übersicht gerade für die periphere arterielle Verschlusskrankheit, Mikroangiopathien und leichte Hypertonie zusammen (Resch und Just, 1994, Wien Med Wochenschr). In einer kleinen Studie ohne Kontrollgruppe sank bei 35 Patienten mit höherem Ausgangsblutdruck nach drei Wochen Balneotherapie der 24-Stunden-Blutdruck (Ekmekcioglu et al., 2000, Altern Ther Health Med). Die wissenschaftliche Seite haben wir gesondert im Beitrag CO₂-Bäder: Was die Wissenschaft sagt aufgearbeitet; hier genügt der Hinweis, dass es sich um eine Anwendung handelt, die der Kurarzt in Serie verordnet und deren Wirkung sich über Wochen summiert, nicht über Tage. Kohlensäurebäder gehören unter anderem im Haus Centrální Lázně zum Behandlungsangebot.
Die subkutanen Gasinjektionen aus derselben Quelle sind eine eigenständige Anwendung mit anderem Ziel — sie werden lokal gesetzt, meist im Bereich der großen Gelenke und der Wirbelsäule, und sind mit der Herz-Kreislauf-Kur nicht zu verwechseln. Was womit kombiniert wird, entscheidet stets der Kurarzt nach der Eingangsuntersuchung.
Terrainkur: Gehen auf Verordnung
Die zweite Säule der Herz-Kreislauf-Kur kostet nichts und sieht aus wie ein Spaziergang. Die Terrainkur ist geführtes Gehen im profilierten Gelände — der Arzt legt Strecke, Tempo und Höhenunterschied nach der Belastbarkeit des Patienten fest und steigert sie schrittweise. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit ist angeleitetes Gehtraining sehr gut belegt: Eine Cochrane-Übersicht über 32 randomisierte Studien mit 1 835 Teilnehmern zeigte eine Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke um durchschnittlich 82 Meter und der maximalen Gehstrecke um 120 Meter gegenüber der üblichen Versorgung, mit einem Effekt von bis zu zwei Jahren (Lane et al., 2017, Cochrane Database Syst Rev). Bei koronarer Herzkrankheit senkt bewegungsbasierte Rehabilitation nach einer Cochrane-Übersicht über 85 Studien das Risiko eines weiteren Infarkts und einer Krankenhausaufnahme (Dibben et al., 2021, Cochrane Database Syst Rev). In beiden Fällen handelte es sich um ambulante Programme, nicht um Studien zur Terrainkur im Kurort — das Prinzip des geführten, schrittweise gesteigerten Gehens ist aber dasselbe.
Marienbad hat dafür ein Gelände, wie man es andernorts kaum findet. Die Kurparks gehen unmittelbar in die Wälder des Kaiserwalds über, und das Netz gepflegter Wege beginnt wenige hundert Meter hinter der Kolonnade. Der Lehrpfad „Kurwälder" ist 5,2 Kilometer lang, hat 23 Stationen und ist in anderthalb bis drei Stunden zu gehen — vom Charakter her eine leichtere Bergwanderung auf guten Waldwegen, also genau das, was die Terrainkur braucht: Höhenmeter, aber ohne Risiko. Wer sich den Bewegungsteil des Aufenthalts genauer vorstellen möchte, findet ihn im Beitrag darüber, wie Bewegung im Kurort das Leben verlängert.
Auch der Ort selbst spielt mit. Die Stadt liegt auf rund 630 Metern über dem Meer und trägt seit 2023 den Status eines Klimakurorts — das hiesige submontane Reizklima ist eine anerkannte Heilquelle und kein Werbezusatz. Was das genau bedeutet, beschreibt die Seite zur Klimatherapie.
Die Herz-Kreislauf-Kur in Zahlen
630 m ü. M.
Höhenlage der Stadt — submontanes Reizklima, seit 2023 als Klimakurort anerkannt
99,7 % CO₂
Reinheit des natürlichen Marienquellgases, auf dem die hiesigen Kohlensäureanwendungen beruhen
5,2 km
Lehrpfad Kurwälder mit 23 Stationen — die klassische Strecke für die Terrainkur
Wie ein Kurtag aussieht
Der Rhythmus ist immer ähnlich und absichtlich langweilig — darum geht es hier.
Morgens die Hauptanwendung nach Plan: Kohlensäurebad, trockene Gaspackung oder Hydrotherapie. Danach die Nachruhe im Liegen, die kein Bonus ist, sondern Teil der Anwendung; nach der Gefäßerweiterung braucht der Kreislauf Zeit. Vormittags Blutdruckmessung, einmal wöchentlich Kontrolle beim Arzt, der den Behandlungsplan anhand der Werte anpasst — und in Abstimmung mit Ihrem behandelnden Arzt zu Hause mitunter auch die Dosierung. Nachmittags die Terrainkur, abends Ruhe.
Die Trinkkur ist bei Herz-Kreislauf-Diagnosen nicht die Hauptanwendung und richtet sich nie nach einer pauschalen Empfehlung. Die Marienbader Quellen sind stark mineralisiert und enthalten Sulfate ebenso wie Natrium; Menge, Quelle und Zeitpunkt legt ausschließlich der Kurarzt nach Diagnose fest — bei Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz gilt das doppelt. Ein „trinken Sie täglich so und so viel" gibt es hier nicht, und man tut gut daran, solchen Ratschlägen zu misstrauen.
Und noch etwas, das Kurärzte als häufigste Enttäuschungsquelle nennen: Die Kur ersetzt keine Medikamente. Ziel sind stabilere Werte, bessere Belastbarkeit, ein geordneter Rhythmus und weniger Angst vor dem eigenen Körper — nicht das Absetzen der Therapie.
Die vierte Säule: der Rhythmus, den Sie mit nach Hause nehmen
Kohlensäureanwendungen und Terrainkur wirken nur so lange, wie sie stattfinden. Was nach der Kur wirklich bleibt, ist der Rhythmus — und genau hier hat ein dreiwöchiger Aufenthalt einen Vorteil, den die ambulante Versorgung nicht bieten kann.
Der Kurarzt sieht Sie wöchentlich, die Schwester täglich; statt zehn Minuten einmal im Quartal entsteht eine zusammenhängende Kurve von Messwerten. An ihr lässt sich ablesen, was die morgendliche Kälte mit dem Blutdruck macht, was der Nachmittagsspaziergang bewirkt und was ein paar Tage mit vernünftigerer Salzmenge ändern. Die Kurdiät ist keine Fastenkur, sondern die Anschauung dafür, wie ein solcher Speiseplan aussieht, wenn ihn jemand für Sie zubereitet. Und die Bewegung bekommt einen festen Platz im Tagesablauf — nach drei Wochen ist daraus eine Gewohnheit geworden, die sich zu Hause leichter halten lässt als eine selbst erfundene.
Zum Aufenthalt gehört auch das Unspektakulärste: eine in Ruhe geführte Überprüfung der Medikation in Abstimmung mit Ihrem behandelnden Arzt, die Frage nach dem Rauchen und nach dem Schlaf, und die ehrliche Erklärung, warum das Ergebnis bei chronischen Diagnosen in Monaten gerechnet wird. Genau deshalb wird die Kur bei vielen Indikationen wiederholt.
Für wen die Kur nicht geeignet ist
Die Indikationsliste nennt bei Gruppe II auch Kontraindikationen, und die sollte man vorher kennen. Dazu gehören AV-Block 2. bis 3. Grades, Herzinsuffizienz im Stadium NYHA IV und aktive infektiöse Endokarditis. Für eine Wiederholung der Behandlung wird in dieser Gruppe zudem eine Nikotinabstinenz von mehr als zwölf Monaten vorausgesetzt. Vor der Antragstellung verlangt werden üblicherweise ein EKG, das nicht älter als zwei Monate ist, sowie eine Basislabor-Untersuchung — Cholesterin, Triglyzeride, Blutzucker, Harnstoff, Kreatinin; bei Bluthochdruck zusätzlich eine Augenhintergrunduntersuchung.
Das alles beurteilt Ihr Hausarzt oder Kardiologe, nicht der Kurort. Ohne aktuelle ärztliche Unterlagen kann der Arzt vor Ort keinen Plan aufstellen, für den die Anreise sich lohnt.
Wann anreisen
Die Dauer des erstatteten Aufenthalts legt bei der von der tschechischen Krankenkasse getragenen Kur die Indikationsliste fest: bei Bluthochdruck (II/3) und Zuständen nach Herzinfarkt (II/2) beträgt die komplexe Kurbehandlung im Grundaufenthalt 28 Tage, bei symptomatischer koronarer Herzkrankheit (II/1) die Zuschuss-Kurbehandlung 21 Tage, Wiederholungsaufenthalte 21 oder 14 Tage; Selbstzahler wählen meist zwei bis drei Wochen in Absprache mit dem Kurarzt. Bei chronischen Diagnosen wird die Kur wiederholt — über den Ablauf des klassischen Aufenthalts haben wir im Beitrag zur klassischen 3-Wochen-Kur geschrieben. Wenn Ihr Termin auf September oder Oktober fällt, haben Sie gleich doppelt Glück: Die Stadt beruhigt sich nach der Sommersaison, Anwendungen lassen sich leichter planen — und vor allem enden Sie genau dann, wenn die Kälte den Kreislauf ernsthaft zu fordern beginnt. Weitere Argumente für diese Jahreszeit sammelt die Seite zum Herbst in Marienbad.
Packen Sie Zwiebelschichten ein, Schuhe für Waldwege, das eigene Blutdruckmessgerät, wenn Sie daran gewöhnt sind — und vor allem aktuelle Befunde. Den Rest übernehmen drei Wochen Regelmäßigkeit. Und der Umstand, dass hier endlich Zeit dafür ist.
Quellen
Studien und offizielle Dokumente, auf die sich dieser Artikel stützt. Unsere Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.
- Narita K, Hoshide S, Kario K 2021, Hypertens Res — Übersicht zur saisonalen Schwankung des Blutdrucks — Der Tagesblutdruck ist im Winter höher als im Sommer, vor allem durch Kälte; der winterliche Anstieg hängt mit mehr kardiovaskulären Ereignissen zusammen. Betrifft nicht die Kurbehandlung.
- Modesti PA et al. 2018, Hypertens Res — Übersicht zur saisonalen Blutdruckschwankung und kardiovaskulären Risikoabschätzung — Im Winter sind auch weitere Risikofaktoren erhöht, sodass sich die individuelle Risikoabschätzung im Jahresverlauf ändert. Betrifft nicht die Kurbehandlung.
- Indikationsliste für die Kurbehandlung (Verordnung Nr. 2/2015 Slg.), Gruppe II — Krankheiten des Kreislaufsystems — Positionen II/1–II/8 mit Versorgungsart und Dauer des erstatteten Aufenthalts (II/1 P 21, II/2 K 28, II/3 K 28 / P 21, Wiederholungsaufenthalte P 21 oder P 14).
- Verordnung Nr. 2/2015 Slg. über die fachlichen Kriterien und weiteren Voraussetzungen der kurmedizinischen Rehabilitationspflege — Kontraindikationen und geforderte Untersuchungen der Gruppe II — Vollständiger Wortlaut der Indikationsliste samt Kontraindikationen (AV-Block II.–III. Grades, NYHA IV, aktive Endokarditis), Nikotinabstinenz und geforderten Eingangsuntersuchungen.
- Hartmann BR et al. 1997, Angiology — randomisierte Cross-over-Studie, 18 Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit — In Kohlensäurewasser stiegen Hautdurchblutung und Gewebesauerstoff, in gewöhnlichem Wasser nicht. Künstlich angereichertes Wasser, einmaliges Bad, Surrogatparameter.
- Resch KL, Just U 1994, Wien Med Wochenschr — Übersicht zu Möglichkeiten und Grenzen der CO₂-Balneotherapie — Kontrollierte Belege nur für periphere arterielle Verschlusskrankheit, trophische Ulzera, Mikroangiopathien und leichte Hypertonie. Ältere Übersicht.
- Pagourelias ED et al. 2011, Int J Biometeorol — Übersicht zur CO₂-Balneotherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen — Drei Haupteffekte: Abfall der Körpertemperatur, stärkere Hautdurchblutung, Wärmegefühl; fasst Indikationen und Kontraindikationen zusammen. Die Autoren fordern methodisch bessere Studien.
- Ekmekcioglu C et al. 2000, Altern Ther Health Med — Vorher-nachher-Studie, 35 Patienten, 24-Stunden-Blutdruckmessung — Nach 3 Wochen Balneotherapie (CO₂, Peloide) sank der 24-Stunden-Blutdruck bei Personen mit höheren Ausgangswerten. Ohne Kontrollgruppe.
- Yuan D et al. 2019, Int J Biometeorol — Übersicht randomisierter Studien zu Bädern in thermalem Mineralwasser bei Hypertonie, 1 122 Teilnehmer — Die Bäder hatten keine unerwünschten Wirkungen und beeinflussten den Blutdruck in den meisten Studien günstig. Heterogene Interventionen, methodisch schwächere Studien, keine Metaanalyse.
- Lane R et al. 2017, Cochrane Database Syst Rev — systematische Übersicht über 32 randomisierte Studien, 1 835 Patienten mit Claudicatio — Trainingsprogramme verlängerten die schmerzfreie Gehstrecke um 82 m und die maximale um 120 m gegenüber üblicher Versorgung, Effekt bis zu 2 Jahre. Ambulante Programme, keine Terrainkur im Kurort.
- Dibben G et al. 2021, Cochrane Database Syst Rev — systematische Übersicht über 85 randomisierte Studien, 23 430 Patienten mit koronarer Herzkrankheit — Bewegungsbasierte Kardiorehabilitation senkte das Risiko für Infarkt und Krankenhausaufnahme binnen 12 Monaten, langfristig die kardiovaskuläre Sterblichkeit. Ambulante Programme, keine Kurbehandlung.
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