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Kur nach Diagnose

Kur bei urologischen Beschwerden

Unter urologischen Beschwerden führt die tschechische Indikationsliste unter anderem chronische, therapieresistente Nieren- und Harnwegsentzündungen, Zustände nach Operationen an Niere und Harnwegen sowie chronische Prostatitis. Marienbad behandelt diese Gruppe seit dem 19. Jahrhundert vor allem über die Trinkkur aus den ortseigenen Mineralquellen, ergänzt um urologisch verordnete physikalische Therapie.

Älterer Mann trinkt Mineralwasser aus einem Trinkkurbecher während der Trinkkur
Älterer Mann trinkt Mineralwasser aus einem Trinkkurbecher während der Trinkkur

Was hier behandelt wird

  • Zustand nach Nierentransplantation sowie Nierenspender — in Marienbad ein neu aufgenommener Behandlungsbereich
  • Harninkontinenz und Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, auch nach einer Prostataoperation
  • Rezidivierende und chronische, nicht-tuberkulöse Nieren- und Harnwegsentzündungen, die auf Antibiotika nicht ausreichend ansprechen, in laufender urologischer Betreuung seit mindestens 12 Monaten
  • Zystische Nierenerkrankungen
  • Zustände nach Operationen an Niere und Harnwegen, einschließlich endovesikaler Eingriffe und komplizierter Prostatektomie
  • Chronische Prostatitis oder Prostatovesikulitis, die auf medikamentöse Therapie und Antibiotika nicht ausreichend anspricht, in laufender urologischer Betreuung seit mindestens 12 Monaten

So läuft die Kur ab

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Eingangsuntersuchung am Anreisetag

Der Kurarzt sichtet die urologische Vorgeschichte, frühere Kulturen und Antibiotikatherapien sowie gegebenenfalls den Operationsbericht und stellt den Behandlungsplan zusammen. Bringen Sie den aktuellen Bericht Ihres Urologen mit.

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Trinkkur und tägliche Anwendungen

Die Trinkkur aus den zugewiesenen Quellen bildet die Grundlage, ergänzt um urologisch verordnete physikalische Therapie und, nach Prostataoperation, Beckenbodentherapie.

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Bewegung als zweite Säule

Spaziergänge auf den Kurwegen und gezielte Beckenbodenübungen unterstützen die Kontinenz nach operativen Eingriffen und den allgemeinen Kreislauf.

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Wöchentliche Kontrolle und Abschlussbericht

Der Kurarzt kontrolliert Urinbefunde und passt das Programm an. Zum Abschluss erhalten Sie einen Bericht für Ihren Urologen und Empfehlungen für zu Hause.

Angewandte Anwendungen

PelviPower — Diagnostik und Training des Beckenbodens
Die Léčebné lázně Mariánské Lázně haben PelviPower als erster Betreiber in Tschechien eingeführt; das Gerät steht im Haus Nové Lázně. Es misst zunächst die Funktion der Beckenbodenmuskulatur und kräftigt sie anschließend mit magnetischen Impulsen, ohne Eingriff und im Sitzen. Ergänzend wird die Aktivierung und Entspannung des Beckenbodens mit diagnostischem Ultraschall durch die Bauchdecke beurteilt.
Trinkkur an den Mineralquellen
Regelmäßiges Trinken zur Erhöhung der Harnmenge; traditionell bei chronischen Nieren- und Harnwegsentzündungen eingesetzt.
Beckenbodentherapie
Gezieltes Training nach Prostataoperation zur Unterstützung der Kontinenz.
Physikalische Wärmeanwendungen im Beckenbereich
Milde Anwendungen, traditionell bei chronischen Beschwerden im Beckenbereich eingesetzt.
Regelmäßige urologische Kontrolle
Urin- und Laborwerte werden während des Aufenthalts wiederholt geprüft.
Bewegungstherapie auf den Kurwegen
Allgemeine Bewegung als Bestandteil des Kurprogramms, unterstützt Kreislauf und Flüssigkeitsverteilung über den Tag.
Ernährungsberatung
Ergänzt die Trinkkur bei chronischen Harnwegsbeschwerden.
Entspannungsverfahren
Ergänzender Bestandteil des Programms bei chronisch-rezidivierenden Beschwerden.

Wie lange und wann

Bei chronischen Nieren- und Harnwegsentzündungen (Position VIII/1) trägt die tschechische Krankenkasse 21 Tage komplexe oder Zuschuss-Kurbehandlung, Wiederholungsaufenthalte 21 oder 14 Tage Zuschuss; nach Operationen an Niere und Harnwegen (VIII/3) sind es 21 Tage; bei chronischer Prostatitis (VIII/4) 21 Tage Zuschuss-Kurbehandlung, Wiederholungsaufenthalte 21 oder 14 Tage. Selbstzahler wählen meist zwei bis drei Wochen. Für die Jahreszeit gibt es keine medizinische Vorgabe.

Was die Studien zeigen

Für chronische Pyelonephritis liegen zwei kontrollierte russische Studien vor: Bei 48 Patienten in der latenten Phase ging unter einer ergänzenden Trinkkur von bis zu 2 l Mineralwasser täglich bei 91 % der Wassergruppe die klinische Symptomatik zurück, mit durchgängig sterilen Urinkulturen (Nejmark AI et al., 2020, Urol Vedomosti; kleine, nicht verblindete Studie). Eine ältere Studie mit 95 Patienten in der aktiven Phase fand unter Antibiotika plus hydrogenkarbonathaltigem Wasser sterilen Urin bei 88,6 % und 25,6 % weniger Rückfälle über zwei Jahre gegenüber Antibiotika allein (Neimark AI et al., 2004, Vopr Kurortol; ältere, nicht randomisierte Studie). Für die chronische Prostatitis fasst ein Cochrane-Review zusammen, dass Akupunktur und Stoßwellentherapie mit mittlerer bis hoher Ergebnissicherheit helfen und Bewegungsprogramme mit niedriger Sicherheit — eine Kurbehandlung als Ganzes wurde darin nicht untersucht (Franco JVA et al., 2019, BJU Int). Eine kleine koreanische Pilotstudie mit 16 Personen mit chronischem Beckenschmerzsyndrom fand nach fünf Tagen Balneotherapie eine Linderung von Schmerz und Harnsymptomen sowie einen Rückgang der Entzündungsmarker IL-1 und TNF-α (Min K et al., 2020, J Obstet Gynaecol; sehr kleine Stichprobe, ohne Kontrollgruppe). In Marienbad selbst läuft seit 2026 erstmals seit 30 Jahren eine klinische Studie zu den objektiven Effekten der Kurbehandlung bei urologischen und nephrologischen Diagnosen mit über 100 begleiteten Patienten; Ergebnisse liegen noch nicht vor (Institut lázeňství a balneologie & Léčebné lázně Mariánské Lázně, 2026, ClinicalTrials.gov NCT07435844). Keine dieser Studien zeigt, dass die Kur eine floride Infektion oder eine strukturelle urologische Erkrankung heilt; sie ergänzt die urologische Behandlung, ersetzt sie aber nicht.

Wann eine Kur nicht infrage kommt

  • Akute Harnwegsinfektion mit Fieber oder floride bakterielle Entzündung
  • Frische Operation ohne abgeschlossene Wundheilung und ohne fachärztliche Freigabe
  • Ungeklärte Makrohämaturie oder Verdacht auf einen Tumor der Harnwege
  • Allgemeine Kontraindikationen: unkontrollierte Herzinsuffizienz, aktive Tumorerkrankung, Schwangerschaft

Ob und in welchem Umfang eine Kur für Sie infrage kommt, entscheidet der Kurarzt bei der Eingangsuntersuchung anhand Ihrer urologischen Vorgeschichte. Diese Seite informiert und ersetzt keine urologische Beratung.

Häufige Fragen

Können Nierenspender und Menschen nach einer Nierentransplantation zur Kur?

Ja, das ist in Marienbad ein neu aufgenommener Behandlungsbereich: Der Betreiber nennt Klienten nach einer Nierentransplantation und Nierenspender ausdrücklich unter den behandelten Gruppen. Voraussetzung ist ein stabiler Verlauf und der Befund Ihres behandelnden Nephrologen oder Transplantationszentrums; bringen Sie ihn mit, weil Trinkmenge und Anwendungen danach ausgerichtet werden. Über die Aufnahme entscheidet der Kurarzt im Einzelfall.

Hilft eine Kur bei Inkontinenz?

Inkontinenz und Prostataerkrankungen sind in Marienbad ein eigener Schwerpunkt. Der Betreiber hat dafür als erster in Tschechien PelviPower eingeführt, ein Gerät, das im Haus Nové Lázně steht: Es misst zuerst die Funktion der Beckenbodenmuskulatur und kräftigt sie danach mit magnetischen Impulsen, ohne Eingriff. Ob das Training für Sie infrage kommt und wie es mit den übrigen Anwendungen zusammenspielt, entscheidet der Kurarzt bei der Eingangsuntersuchung.

Welche Kurorte sind für urologische Beschwerden geeignet?

Geeignet sind Kurorte, die chronische Harnwegsentzündungen, Zustände nach urologischen Operationen oder chronische Prostatitis als offizielle Indikation führen und urologische Betreuung während des Aufenthalts anbieten. Marienbad erfüllt das über die Positionen VIII/1, VIII/3 und VIII/4 der tschechischen Indikationsliste und stützt sich dabei auf die Trinkkur aus den ortseigenen Mineralquellen.

Wie verläuft die Rehabilitation nach einer Prostataoperation?

Voraussetzung ist eine abgeschlossene Wundheilung und die Freigabe des Operateurs. Der Kurarzt sichtet den Operationsbericht, danach folgen Beckenbodentherapie zur Unterstützung der Kontinenz, die Trinkkur und dosierte Bewegung, mit wöchentlicher Kontrolle und einem Abschlussbericht für den Urologen.

Sind Marienbads Quellen bei Harnwegsinfekten geeignet?

Bei akuten, fieberhaften Infekten ist zunächst eine antibiotische Akutbehandlung nötig, keine Kur. Für rezidivierende oder chronische, antibiotikaresistente Nieren- und Harnwegsentzündungen in laufender urologischer Betreuung führt Marienbad eine eigene Indikation (VIII/1); kontrollierte russische Studien beschreiben unter ergänzender Trinkkur einen Rückgang klinischer Beschwerden und sterile Urinkulturen bei einem Großteil der behandelten Patienten.

Wie lange dauert eine Kur bei chronischer Prostatitis?

Nach der tschechischen Indikationsliste sind es bei Position VIII/4 21 Tage Zuschuss-Kurbehandlung, bei Wiederholungsaufenthalten auch 14 Tage. Voraussetzung ist eine mindestens zwölfmonatige urologische Betreuung ohne ausreichendes Ansprechen auf Medikamente und Antibiotika.

Was ist bei einer akuten Blasenentzündung zu tun?

Eine akute Blasen- oder Harnwegsentzündung mit Fieber wird nicht in der Kur behandelt, sondern zunächst urologisch oder hausärztlich mit Antibiotika. Erst chronische, wiederkehrende oder therapieresistente Verläufe in laufender urologischer Betreuung sind eine Indikation für die Kur.

Quellen

Studien und offizielle Dokumente, auf die sich dieser Artikel stützt. Unsere Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

  1. Léčebné lázně Mariánské Lázně — Behandlung urologischer Erkrankungen — Seite des Betreibers: behandelte Diagnosen einschließlich Inkontinenz, Prostataerkrankungen sowie neu Klienten nach Nierentransplantation und Nierenspender; Einführung von PelviPower als erster Betreiber in Tschechien, Gerät im Haus Nové Lázně. Tschechischer Text.
  2. Indikationsliste für die Kurbehandlung (Verordnung Nr. 2/2015 Slg.), Gruppe VIII — Krankheiten des Harnsystems — Positionen VIII/1 (chronische Nieren- und Harnwegsentzündungen), VIII/3 (Zustände nach urologischen Operationen) und VIII/4 (chronische Prostatitis) mit Versorgungsart und Dauer.
  3. Nejmark AI et al. 2020, Urol Vedomosti — kontrollierte Studie, 48 Patienten mit chronischer Pyelonephritis — Ergänzende Trinkkur: Rückgang klinischer Symptomatik bei 91 %, durchgängig sterile Urinkulturen. Kleine, nicht verblindete Studie.
  4. Neimark AI et al. 2004, Vopr Kurortol — kontrollierte Studie, 95 Patienten mit chronischer Pyelonephritis — Antibiotika plus hydrogenkarbonathaltiges Wasser: sterile Urinkultur bei 88,6 %, 25,6 % weniger Rückfälle über 2 Jahre. Ältere, nicht randomisierte Studie.
  5. Franco JVA et al. 2019, BJU Int — Cochrane-Review, 38 Studien zur chronischen Prostatitis — Akupunktur und Stoßwellentherapie mit mittlerer bis hoher Evidenzsicherheit hilfreich; Kurbehandlung als Ganzes nicht untersucht.
  6. Min K et al. 2020, J Obstet Gynaecol — Pilotstudie, 16 Personen mit chronischem Beckenschmerzsyndrom — 5 Tage Balneotherapie: Linderung von Schmerz und Harnsymptomen, Rückgang von IL-1 und TNF-α. Sehr kleine Stichprobe, ohne Kontrollgruppe.
  7. Institut lázeňství a balneologie & Léčebné lázně Mariánské Lázně 2026, ClinicalTrials.gov (NCT07435844) — Laufende klinische Studie zur Kurbehandlung bei urologischen und nephrologischen Diagnosen in Marienbad, über 100 Patienten. Ergebnisse noch nicht verfügbar.

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