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Das Wort des Arztes: die Rudolfsquelle, Marienbads Quelle mit Kalzium und Magnesium

Auftakt der Reihe „Das Wort des Arztes": Chefarzt em. MUDr. Pavel Knára über Marienbads bekannteste Quelle. Woher die Rudolfsquelle ihren Namen hat, was sie enthält, wofür sie bei der Trinkkur traditionell verordnet wird und wo Sie davon trinken können.

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Das Wort des Arztes: die Rudolfsquelle, Marienbads Quelle mit Kalzium und Magnesium

Eine Reihe, in der der Arzt spricht

Marienbad lebt von seinen Quellen — und niemand kennt sie besser als die Ärzte, die sie seit Jahrzehnten verordnen. Deshalb beginnen wir die Reihe Das Wort des Arztes. Ihr Gewährsmann ist MUDr. Pavel Knára, emeritierter Chefarzt des Hauses Nové Lázně. Er arbeitet seit 1976 in den Marienbader Kurhäusern und ist Mitautor eines Fachbuchs über die Trinkkur mit den hiesigen Quellen. In der Hotelzeitung Marienbad News schreibt er regelmäßig eine kurze Kolumne über jeweils eine Quelle; wir geben seine Gedanken hier mit eigenen Worten wieder und ergänzen sie um Fakten aus dem Buch. Wer heute an der Spitze des Ärzteteams steht, lesen Sie auf der Seite Ärzteteam.

Der erste Teil gehört einer Quelle, ohne die Marienbad kaum vorstellbar ist: der Rudolfsquelle, von Einheimischen und Stammgästen liebevoll „Rudolfka" genannt.

Eine Wiesenquelle mit dem Namen des Kronprinzen

Wo heute der Pavillon der Rudolfsquelle steht, sprudelte einst auf den Wiesen der Bauern von Úšovice (Auschowitz) die sogenannte Wiesenquelle. Das Stift Tepl bemühte sich jahrelang um sie. 1820 wurde sie erstmals analysiert und zur Nutzung empfohlen, doch die Bauern wollten ihr Land nicht hergeben. Erst 1865 gelang dem Kloster der Kauf des Nachbargrundstücks; es folgte die Fassung, und im Sommer 1867 erhielt die Quelle den Namen Kronprinz-Rudolfsquelle.

Über ihr stand zunächst ein schlichter verglaster Pavillon. 1902 wurde die Fassung auf vier Meter vertieft und der Pavillon umgebaut, 1937 folgte eine Bohrung von mindestens zehn Metern Tiefe, damit sich das Mineralwasser nicht mit dem einfachen Grundwasser der Bachaue vermischt. In der Umgebung wurden weitere Austritte gefasst — Rudolf I und II im Jahr 1902, Rudolf III im Jahr 1910. Das Wasser, das heute unter dem Namen Rudolfsquelle abgefüllt wird, stammt laut Buch aus den nahen Bohrungen BJ-36 und BJ-37. Wie die übrigen Quellen gefasst wurden, erzählt der Beitrag Wie die Quellen gefasst wurden.

MUDr. Knára fügt hinzu, dass das 20. Jahrhundert in Marienbad die Ära der Rudolfsquelle war: Mit ihr wurde die Stadt zu dem Kurort, in den man mit Nieren- und Harnwegserkrankungen fährt.

Was in der Rudolfsquelle steckt

Was die Rudolfka besonders macht, fasst MUDr. Knára in drei Worten zusammen: viel Kalzium, viel Magnesium und wenig Natrium. Die Zahlen der letzten Analyse im Buch bestätigen es:

KennwertRudolfsquelle
Kalzium (Ca)266 mg/l
Magnesium (Mg)133 mg/l
Natrium (Na)85,8 mg/l
Hydrogencarbonat (HCO₃)1 590 mg/l
Gesamtmineralisierung2 246 mg/l
Freies Kohlendioxid2 600 mg/kg

Kontrollanalyse aus dem Jahr 2017 (Bohrung BJ-37) laut dem Buch „Minerální prameny v Mariánských Lázních k pitné léčbě" (Bartoš, Nečasová, Knára, 2018). Die Zusammensetzung einer natürlichen Quelle kann sich im Lauf der Zeit leicht verändern.

Fachlich handelt es sich um einen Hydrogencarbonat-Kalzium-Magnesium-Eisensäuerling — kalt, hypoton und stark mineralisiert. Kalzium und Magnesium stehen etwa im Verhältnis 2 : 1. Ein Kurbecher (220 ml) enthält laut Buch rund 60 mg Kalzium, 30 mg Magnesium und 20 mg Natrium.

Den niedrigen Natriumgehalt hält MUDr. Knára für einen großen Vorzug der Rudolfka. Natrium bindet Wasser im Körper, erinnert er, und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie viele Ältere sollen es deshalb beim Essen wie beim Trinken im Blick behalten. Auch darum sind die Marienbader Quellen nicht austauschbar: Manche enthalten ein Vielfaches an Natrium.

Wofür die Rudolfsquelle traditionell verwendet wird

Die Rudolfsquelle ist Marienbads bekanntestes Heilwasser und wird seit jeher mit Nieren und Harnwegen verbunden. Der ärztliche Katalog von Ensana aus dem Jahr 2025 nennt sie als Quelle, die bei der Trinkkur bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege verordnet wird, sowie ergänzend bei Osteoporose. Es handelt sich um eine traditionelle Anwendung im Rahmen der Trinkkur nach ärztlicher Verordnung, nicht um eine eigenständige Behandlung.

Krankheiten des Harnsystems — etwa chronische und wiederkehrende Entzündungen der Nieren und Harnwege oder Nierensteine ohne Harnstau — gehören zu den Indikationen der Marienbader Kur. Die vollständige Übersicht finden Sie auf der Seite Indikationen und Kontraindikationen; wie die Trinkkur in die gesamte Behandlung eingebettet ist, beschreibt der Beitrag über die Behandlung von Nieren und Harnwegen.

Nicht für jeden. Die Autoren des Buches weisen darauf hin, dass die Rudolfsquelle wegen ihres hohen Kalziumgehalts in größeren Mengen nicht verordnet wird, wenn bestimmte kalziumhaltige Nierensteine vorliegen oder vermehrt Kalzium über den Harn ausgeschieden wird; dann wählt der Arzt eine kalziumärmere Quelle, etwa die Ambrosiusquelle oder die Karolinenquelle. Und sie erinnern an eine Regel, die für alle Quellen gilt: Kein Mineralwasser, auch kein Heilwasser, ist zum Dauergebrauch bestimmt.

Welche Quelle Sie trinken, wie viel, bei welcher Temperatur und zu welcher Tageszeit, legt der Kurarzt bei der Eingangsuntersuchung fest und passt die Verordnung im Lauf des Aufenthalts an. Über die Trinkkur und ihre Dosierung entscheidet er, nicht dieser Artikel. Den üblichen Ablauf einer Kur beschreibt unser Trinkkur-Ratgeber.

Wo Sie die Rudolfka trinken können

Laut MUDr. Knára finden Sie sie das ganze Jahr über im Trinkpavillon des Kreuzbrunnens an der Hauptkolonnade. In der Saison fließt sie außerdem am kleinen Trinkbrunnen beim Pavillon der Rudolfsquelle in Úšovice und an der Kleinen Kolonnade der Karolinenquelle gegenüber dem Hotel Centrální Lázně. Lage und Beschreibung der Quelle finden Sie in der Quellenübersicht.

Die Hauptkolonnade von Marienbad mit der Singenden Fontäne
Die Hauptkolonnade mit der Singenden Fontäne. Im Pavillon des Kreuzbrunnens an ihrem Ende fließt die Rudolfsquelle das ganze Jahr.

Trinken Sie langsam, in kleinen Schlucken, am besten aus dem Kurbecher — und direkt an der Quelle. Warum das wichtig ist, erklärt MUDr. Knára im dritten Teil der Reihe über die Waldquelle.

Weitere Teile der Reihe „Das Wort des Arztes"

  • Rudolfsquelle — das Heilwasser mit Kalzium und Magnesium (dieser Beitrag)
  • Ambrosiusquelle — Eisensäuerling und die Legende um Goethe
  • Waldquelle — warum man Mineralwasser direkt an der Quelle trinkt

Alle Quellen und die Frage, wann die Trinkkur in Marienbad eingesetzt wird, finden Sie auf der Seite Mineralquellen.


Die Aussagen von MUDr. Pavel Knára geben wir sinngemäß nach seiner Kolumne in der Hotelzeitung Marienbad News 4/2023 wieder, die der Betreiber der Ensana-Kurhotels herausgibt (internes Material). Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung; über die Aufnahme der Trinkkur in den Behandlungsplan und über ihre Dosierung entscheidet der Kurarzt.

Quellen

Studien und offizielle Dokumente, auf die sich dieser Artikel stützt. Unsere Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

  1. Bartoš J., Nečasová D., Knára P.: Minerální prameny v Mariánských Lázních k pitné léčbě (Die Mineralquellen in Marienbad zur Trinkkur). FORNICA graphics, 2018, ISBN 978-80-87194-54-6 — Fassungsgeschichte der Rudolfsquelle, Klassifikation und Analysentabelle (Kontrollanalyse 2017, Bohrung BJ-37), Ionengehalt eines Kurbechers sowie der Hinweis, wem die Quelle in größeren Mengen nicht verordnet wird.
  2. Marienbad News 4/2023 — Kolumne „Das Wort des Arztes: Rudolfsquelle" (MUDr. Pavel Knára), tschechische Ausgabe — Hotelzeitung der Ensana Health Spa Hotels, internes Material des Betreibers. Die Aussagen des Arztes geben wir sinngemäß wieder; gesundheitsbezogene Aussagen der Kolumne übernehmen wir nur als traditionelle Anwendung.
  3. Ärztlicher Katalog der Ensana Health Spa Hotels Mariánské Lázně 2025 — Mineralquellen zur Trinkkur — Internes Material des Betreibers: Die Rudolfsquelle wird bei der Trinkkur bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege sowie ergänzend bei Osteoporose verordnet; die Trinkkur legt stets der behandelnde Arzt fest.
  4. Indikationen und Kontraindikationen der Kurbehandlung in Marienbad — Übersicht der Krankheiten, die in Marienbad behandelt werden, darunter die Krankheiten des Harnsystems, sowie der allgemeinen Kontraindikationen.
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