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Das Wort des Arztes: die Waldquelle und warum man Heilwasser direkt an der Quelle trinkt

Dritter Teil der Reihe „Das Wort des Arztes": MUDr. Pavel Knára erinnert sich an die Obus-Wendeschleife an der Waldquelle und erklärt, warum man Marienbader Heilwasser frisch am Trinkbrunnen trinkt — und was zu tun ist, wenn Sie es in der Flasche mitnehmen.

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Das Wort des Arztes: die Waldquelle und warum man Heilwasser direkt an der Quelle trinkt

Die Obus-Schleife und die Kanister

Der dritte Teil der Reihe Das Wort des Arztes beginnt mit einer Erinnerung. MUDr. Pavel Knára, emeritierter Chefarzt des Hauses Nové Lázně, weiß noch, wie an der Waldquelle die Endhaltestelle und Wendeschleife des Oberleitungsbusses lag. Die Marienbader kamen mit Flaschen und Kanistern und nahmen sich das Wasser der Waldquelle mit nach Hause. Doch die Sache hat, wie er in der Hotelzeitung Marienbad News schreibt, einen Haken — und der betrifft jeden, der Heilwasser von der Quelle mitnimmt.

Warum man Heilwasser direkt an der Quelle trinkt

Die Marienbader Quellen enthalten Eisen. Solange das Wasser in der Erde ist, liegt es als zweiwertiges Eisen vor. Kommt es an die Luft, oxidiert es zu dreiwertigem Eisen. MUDr. Knára erinnert dabei gern an Antonín Somol, den früheren Chefarzt der hiesigen Inneren Abteilung, der dem dreiwertigen Eisen keinerlei Wert beimaß. Sie sehen es auch ohne Labor: Das Wasser im Kanister trübt sich allmählich, und am Boden setzt sich ein rostfarbenes Sediment ab. Genau das ist das dreiwertige Eisen.

Die Autoren des Buches über die Marienbader Mineralquellen ergänzen einen zweiten Punkt: Am meisten Kohlendioxid enthält kaltes Wasser, das direkt an der Quelle getrunken wird. Durch Erwärmen, Schütteln und Stehenlassen entweicht die Kohlensäure.

Daraus folgt der Rat, den MUDr. Knára seinen Gästen immer wieder gibt:

  • Trinken Sie direkt an der Quelle. Dort hat das Wasser genau die Zusammensetzung, derentwegen der Arzt es verordnet hat.
  • Wenn Sie Wasser mitnehmen, verschließen Sie die Flasche gut und stellen Sie sie in den Kühlschrank.
  • Trinken Sie es spätestens am nächsten Tag. Länger sollten Sie es nicht aufbewahren — das Eisen oxidiert inzwischen.

Der Rat gilt für alle Marienbader Quellen, nicht nur für die Waldquelle. Wie sich das verordnete Trinken in den Tag einfügt, beschreibt unser Trinkkur-Ratgeber.

Eine Quelle mit langer und überraschender Geschichte

Genutzt wurde die Waldquelle wahrscheinlich schon Ende des 17. Jahrhunderts. Die erste belegte Fassung und ein einfacher Pavillon mit Strohdach stammen aus den Jahren 1827–1828, als der Prager Professor Steinmann auch die erste Analyse vornahm. 1840 ersetzte ein achteckiger, von zwei Säulenreihen getragener Pavillon das alte Wetterdach. Weil die Fassung von 1827 in schlechtem Zustand war, entstand 1869 eine neue — und mit ihr eine neue Kolonnade nach dem Entwurf des Marienbader Architekten Friedrich Zickler. Die letzte Erneuerung der Fassung stammt von 1905: Seither wird die Quelle in einer glockenförmigen Fassung in 6,9 Metern Tiefe aufgefangen. Ursprünglich war der Pavillon offen und durchgängig, verglast wurde er erst 1956.

Ein unerwartetes Kapitel folgte 1999. Bei der Sanierung der Kanalisation wurde die Quelle mit Styrol, Toluol und weiteren Schadstoffen verunreinigt, und ihre Nutzung wurde untersagt. In der Umgebung suchte man nach einem Ersatz mit ähnlichem Mineralwasser — so entstand die Bohrung, aus der heute die Josefsquelle kommt. Laut dem Buch von 2018 ist die Waldquelle wieder unbedenklich und zur üblichen Nutzung geeignet. Die ganze Geschichte der Quellfassungen lesen Sie im Beitrag Wie die Quellen gefasst wurden.

Was in der Waldquelle steckt

KennwertWaldquelle
Natrium (Na)549 mg/l
Hydrogencarbonat (HCO₃)1 352 mg/l
Sulfat (SO₄)511 mg/l
Eisen (Fe)9,9 mg/l
Gesamtmineralisierung2 752 mg/l
Freies Kohlendioxid2 960 mg/kg

Komplexanalyse 2014 und Kontrollanalyse 2017 laut dem Buch „Minerální prameny v Mariánských Lázních k pitné léčbě" (Bartoš, Nečasová, Knára, 2018).

Fachlich handelt es sich um einen Hydrogencarbonat-Sulfat-Natrium-Säuerling — kalt, hypoton und stark mineralisiert. Anders als in der Rudolfsquelle überwiegen hier Natrium und Hydrogencarbonat; die Waldquelle, betont MUDr. Knára, hat viel Natrium und viel Bikarbonat.

Wofür die Waldquelle traditionell verwendet wird

Der ärztliche Katalog von Ensana aus dem Jahr 2025 nennt die Waldquelle als Quelle für die Trinkkur und für Inhalationen. Traditionell wird sie bei Erkrankungen der oberen Atemwege und des Verdauungssystems eingesetzt, außerdem bei einigen urologischen Erkrankungen, etwa bei Harnsäuresteinen. Es handelt sich um eine traditionelle Anwendung nach ärztlicher Verordnung; ob die Waldquelle in Ihre Behandlung gehört und ob Sie sie warm oder kalt trinken, entscheidet der Arzt.

Krankheiten des Verdauungssystems, der Atemwege und des Harnsystems gehören zu den Indikationen der Marienbader Kur. Die Übersicht finden Sie auf der Seite Indikationen und Kontraindikationen, den Zusammenhang in unseren Beiträgen zur Kur bei Atemwegserkrankungen und zur Kur bei Verdauungsbeschwerden.

Nicht für jeden. Gerade der höhere Gehalt an Natrium und Hydrogencarbonat ist der Grund, warum der Arzt die Waldquelle nicht jedem verordnet: Bei Menschen, die Salz meiden müssen, und bei manchen Arten von Harnsteinen wählt er eine andere Quelle. Die Autoren des Buches erinnern außerdem daran, dass kein Mineralwasser, auch kein Heilwasser, zum Dauergebrauch bestimmt ist. Über die Trinkkur und ihre Dosierung entscheidet der Kurarzt bei der Eingangsuntersuchung, nicht dieser Artikel.

Wo Sie die Waldquelle finden

Der Pavillon der Waldquelle steht am nördlichen Rand des Kurviertels am Třebízský-Bach, am Ende eines schönen Spaziergangs durch den Park. Lage und Beschreibung der Quelle finden Sie in der Quellenübersicht. Ein Hinweis zum Betrieb des Pavillons: Laut Stadtportal ist er derzeit vorübergehend geschlossen, der ursprüngliche Quellaustritt bleibt frei zugänglich. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor dem Besuch. Und wenn Sie sich auf den Weg machen: Nehmen Sie Ihren Kurbecher mit und trinken Sie an Ort und Stelle — ganz nach dem Rat von MUDr. Knára.

Weitere Teile der Reihe „Das Wort des Arztes"

  • Rudolfsquelle — das Heilwasser mit Kalzium und Magnesium
  • Ambrosiusquelle — Eisensäuerling und die Legende um Goethe
  • Waldquelle — warum man Heilwasser direkt an der Quelle trinkt (dieser Beitrag)

Alle Quellen und die Frage, wann die Trinkkur in Marienbad eingesetzt wird, finden Sie auf der Seite Mineralquellen. Wer heute die Kurärzte leitet, stellt die Seite Ärzteteam vor.


Die Aussagen von MUDr. Pavel Knára geben wir sinngemäß nach seiner Kolumne in der Hotelzeitung Marienbad News 5/2024 wieder, die der Betreiber der Ensana-Kurhotels herausgibt (internes Material). Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung; über die Aufnahme der Trinkkur in den Behandlungsplan und über ihre Dosierung entscheidet der Kurarzt.

Quellen

Studien und offizielle Dokumente, auf die sich dieser Artikel stützt. Unsere Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

  1. Bartoš J., Nečasová D., Knára P.: Minerální prameny v Mariánských Lázních k pitné léčbě (Die Mineralquellen in Marienbad zur Trinkkur). FORNICA graphics, 2018, ISBN 978-80-87194-54-6 — Geschichte der Waldquelle (1827–28, 1869, 1905, 1956, 1999), Klassifikation und Analysentabelle (Komplexanalyse 2014, Kontrollanalyse 2017), Hinweise zur Oxidation des Eisens und zum Entweichen des Kohlendioxids.
  2. Marienbad News 5/2024 — Kolumne „Das Wort des Arztes: Waldquelle" (MUDr. Pavel Knára), tschechische Ausgabe — Hotelzeitung der Ensana Health Spa Hotels, internes Material des Betreibers. Den Rat, an der Quelle zu trinken und die Flasche spätestens am nächsten Tag zu leeren, geben wir sinngemäß wieder; Aussagen zur Wirkung von Inhalationen und Trinkkur übernehmen wir nicht.
  3. Ärztlicher Katalog der Ensana Health Spa Hotels Mariánské Lázně 2025 — Mineralquellen zur Trinkkur — Internes Material des Betreibers: Die Waldquelle dient der Trinkkur und der Inhalation; sie wird bei Erkrankungen der oberen Atemwege, des Verdauungssystems und bei einigen urologischen Erkrankungen verwendet. Die Trinkkur legt stets der behandelnde Arzt fest.
  4. Indikationen und Kontraindikationen der Kurbehandlung in Marienbad — Übersicht der Krankheiten, die in Marienbad behandelt werden — darunter Krankheiten des Verdauungs-, Atmungs- und Harnsystems —, sowie der allgemeinen Kontraindikationen.
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