Hauterkrankungen: ein Zivilisationsproblem, das den Alltag verändert
Hauterkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Beschwerden unserer Zeit. Psoriasis, atopische Dermatitis oder Ekzeme können den Alltag grundlegend beeinflussen: von unangenehmen körperlichen Erscheinungen wie Juckreiz, Brennen, Schmerz oder Entzündung bis zu psychischen Folgen — Stress, Erschöpfung oder ein Verlust an Selbstvertrauen.
Marienbad — seit 2023 offizieller Klimakurort — ist in der tschechischen Indikationsliste als Kurort für Hautkrankheiten aufgeführt. Die Behandlung verbindet hier traditionelle Balneologie, dermatologische Anwendungen und die klimatischen Bedingungen der Region. Über die Aufnahme in den Behandlungsplan entscheidet der Kurarzt nach der Eingangsuntersuchung; der Aufenthalt ergänzt die Betreuung durch Ihren Dermatologen, er ersetzt sie nicht.
Welche Diagnosen hier behandelt werden
Die Indikationsliste der Verordnung Nr. 2/2015 Slg. ordnet Hautkrankheiten der Gruppe X zu. In Marienbad werden behandelt:
- X/1 — atopisches Ekzem: Grundaufenthalt 21 Tage in komplexer wie in Zuschuss-Kurbehandlung, wiederholter Aufenthalt 21 Tage (Zuschuss-Kurbehandlung 21 oder 14 Tage)
- X/2 — generalisierte und arthropathische Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte): Grundaufenthalt 28 Tage in komplexer oder 21 Tage in Zuschuss-Kurbehandlung, wiederholter Aufenthalt 28 Tage (Zuschuss-Kurbehandlung 21 oder 14 Tage)
Einzelheiten zu den Arten der erstatteten Versorgung finden Sie auf der Seite Hautkrankheiten in der Indikationsliste. Die Behandlung findet in der stabilen Phase der Krankheit statt, nicht während eines akuten Schubs; bei anderen chronischen Hautbeschwerden entscheidet der Kurarzt über die Eignung eines Aufenthalts als Selbstzahler.
Wie die Behandlung abläuft
Das Behandlungsprogramm bei Hautkrankheiten in Ensana Marienbad kombiniert fünf Arten von Anwendungen. Ihre Auswahl, Anzahl und Reihenfolge bestimmt der Kurarzt nach dem Zustand der Haut und der allgemeinen Gesundheit.
1. Mineralbäder
Ein Bad im örtlichen Mineralwasser mit hohem Gehalt an gelöstem Kohlendioxid dauert üblicherweise 20 Minuten bei einer Wassertemperatur von 34–36 °C. Die Haut ist die ganze Zeit in Kontakt mit dem Wasser und den gelösten Mineralien; nach dem Bad folgt eine Ruhephase. Was Studienübersichten zu Bädern in Mineralwasser sagen, fasst das Kapitel weiter unten zusammen.
2. Trockene Kohlensäurebäder
Beim trockenen Kohlensäurebad ist der Körper vom Hals abwärts in einem Sack eingeschlossen, der mit natürlichem Kohlendioxid aus der Marienquelle gefüllt ist. Das über die Haut eindringende CO₂ erweitert die Hautgefäße und steigert die Durchblutung der Haut; die Anwendung dauert 20 bis 30 Minuten und belastet den Körper weder mit Wärme noch mit dem hydrostatischen Druck des Wassers. Mehr über das Marienbader Gas erfahren Sie im Ratgeber zu Gasinjektionen.
3. Peloid- (Moor-)Packungen
Moor aus dem Kaiserwald (Slavkovský les), auf 38–42 °C erwärmt, wird auf die betroffenen Bereiche aufgetragen und mit Folie und Tuch abgedeckt; die Packung dauert 20 bis 40 Minuten. Bei Hautkrankheiten ist sie Teil des traditionellen Behandlungsprogramms; über ihre Aufnahme, Temperatur und Dauer entscheidet der Kurarzt nach dem Zustand der Haut. Einzelheiten zum Moor finden Sie im Artikel über die Moortherapie.
4. Klimatherapie
Seit 2023 trägt Marienbad die Bezeichnung Klimakurort: Die reine Luft ist hier ein überwachtes natürliches Heilmittel. Die hiesige Umgebung auf 630 Metern über dem Meer zeichnet sich durch einen niedrigen Gehalt an Staubpartikeln, eine niedrige Allergenkonzentration und Temperaturen ohne extreme Schwankungen aus. Die Klimatherapie ist Teil des Behandlungsprogramms bei Hautkrankheiten: Der Kurarzt verordnet Aufenthalte an der frischen Luft, Terrainspaziergänge und Ruhe in den Parks als Teil des Tagesablaufs. Mehr auf der Seite zur Klimatherapie.
5. Fototherapie
Das Behandlungsprogramm ergänzt eine Fototherapie mit Schmalband-UVB-Licht der Wellenlänge 311 nm, einschließlich eines Fototherapiekamms für die behaarte Kopfhaut, und mit Rotlicht. Es handelt sich um eine dermatologische Standardmethode; Dosis und Zahl der Bestrahlungen legt der Arzt nach Hauttyp und Diagnose fest.
Was die Forschung sagt
Die Balneotherapie bei Hautkrankheiten ist Gegenstand zahlreicher Studien, auch wenn deren Qualität schwankt. Eine Übersicht von 49 systematischen Übersichten aus der gesamten Balneologie ordnete die Psoriasis neben ausgewählten muskuloskelettalen Zuständen und der chronischen venösen Insuffizienz den Bereichen mit dem am besten belegten Nutzen der Kurbehandlung zu (Antonelli et al., 2021, Int J Biometeorol). Eine systematische Übersicht, die sich direkt auf Bäder in thermalem Mineralwasser bei Hautkrankheiten konzentrierte, schloss acht Studien ein — sieben zu Psoriasis und eine zu atopischer Dermatitis — und alle beschrieben übereinstimmend eine Besserung der Symptome nach einer Serie von Bädern; die Autoren weisen darauf hin, dass es wenige Studien gibt und ihre Qualität oft niedrig ist (Protano et al., 2024, Int J Biometeorol). Eine breitere Übersicht von 22 Studien zu Balneotherapie, Kurbehandlung und Hydrotherapie bei Psoriasis und atopischer Dermatitis gibt an, dass die meisten von ihnen eine Besserung des PASI-Index beschreiben (Moini Jazani et al., 2022, Int J Dermatol).
Eine Einschränkung muss offen gesagt werden: Die zitierten Studien stammen aus Kurorten mit anderer Wasserzusammensetzung, oft warme Schwefel- oder Solewässer, während die Marienbader Quellen kalte Säuerlinge sind. Die Ergebnisse beschreiben deshalb die Balneotherapie als Methode, nicht das konkrete Marienbader Programm.
Was die Expertin sagt
MUDr. Lucie Jarešová, stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung der ambulanten Dermatovenerologen der Tschechischen Republik, sagt in einer Reportage aus Marienbad zum Aufenthalt im Klimakurort:
„Ein Aufenthalt im Klimakurort führt zur Besserung der Hauterscheinungen dank der Kombination aus Heilanwendungen und reiner Luft. Das Nachlassen des Juckreizes führt zu erholsamem Schlaf, was sich auch auf die Psyche und die Beruhigung der Hautbeschwerden auswirkt."
Es handelt sich um eine Fachmeinung aus der Praxis, die die oben zitierten Übersichten ergänzt; sie ist kein Ergebnis einer klinischen Studie.
Wann eine Kurbehandlung nicht geeignet ist
Eine Kurbehandlung kann nicht erfolgen bei von Mensch zu Mensch übertragbaren Infektionskrankheiten, im akuten Stadium jeder Krankheit — also auch nicht während eines akuten Schubs von Ekzem oder Psoriasis —, bei klinischen Anzeichen von Kreislaufversagen, frischer tiefer Venenthrombose, in der Schwangerschaft und bei weiteren allgemeinen Kontraindikationen, deren vollständige Liste Sie auf der Seite Indikationen und Kontraindikationen finden. Bei der Fototherapie berücksichtigt der Arzt außerdem den Hauttyp, eingenommene Medikamente, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen, und Hauttumoren in der Vorgeschichte. Das letzte Wort haben der behandelnde Dermatologe im Antrag und der Kurarzt bei der Eingangsuntersuchung.
Krankenversicherung und Kurantrag
Für Gäste, die in der Tschechischen Republik krankenversichert sind, gilt: Bei der komplexen Kurbehandlung übernimmt die Versicherung Behandlung, Unterkunft und Verpflegung im Standard; Voraussetzung sind der Antrag eines Dermatologen oder Hausarztes und die Genehmigung durch den Vertrauensarzt. Bei der Zuschuss-Kurbehandlung übernimmt die Versicherung den Behandlungsteil, und der Patient zahlt Unterkunft und Verpflegung selbst. Den Ablauf Schritt für Schritt beschreibt der Ratgeber zum Kurantrag. Ein Aufenthalt als Selbstzahler ist jederzeit ohne Wartezeit möglich.
Warum Marienbad
An einem Ort stehen hier Mineralquellen, eine natürliche CO₂-Quelle, Moor aus dem Kaiserwald, der Status eines Klimakurorts und ein Ärzteteam zur Verfügung, das mit dermatologischen Patienten während des gesamten Aufenthalts arbeitet. Die Gäste können außerdem Wellness-Angebote, hochwertige Unterkünfte und eine ruhige Umgebung nutzen. Die Übersicht der Ensana-Kurhotels finden Sie auf der Seite zur Unterkunft.
Lassen Sie sich vor der Abreise einen Auszug aus Ihrer dermatologischen Dokumentation und eine Liste der eingenommenen Medikamente einschließlich Salben geben. Am Anreisetag erwartet Sie die Eingangsuntersuchung beim Kurarzt, der den Anwendungsplan zusammenstellt und ihn im Laufe des Aufenthalts an die Reaktion Ihrer Haut anpasst.




