Wo Brautpaare gehen — ein Bildführer durch Marienbads Hochzeitsorte
Die Orte, durch die ein Hochzeitstag in Marienbad üblicherweise führt — von der Hoteltreppe über die gusseiserne Arkade und die Stufen unter der Kirche bis zum Parkett unter der Freskendecke. Ein Bildführer, kein Planungshandbuch.
Der ganze Hochzeitstag passt hier in zehn Minuten Fußweg.

Es ist halb neun am Morgen und die Kolonnade ist fast leer. Die Kurgäste haben den ersten Becher ausgetrunken und sind zu den Anwendungen gegangen, die nächste Welle kommt erst gegen elf. Dazwischen bleibt anderthalb Stunden, in denen hundertzwanzig Meter gusseiserne Arkade einem einzigen Paar gehören — und einem Fotografen, der weiß, dass sich dieses Licht nicht wiederholt.
Dieser Artikel ist keine Anleitung zum Planen; dafür gibt es den Planungsratgeber und die Übersicht der Orte, Säle und Kapazitäten. Das hier ist ein Gang durch die Orte, so wie sie aussehen — in der Reihenfolge, in der ein Hochzeitstag sie üblicherweise durchläuft. Er beginnt allerdings, bevor überhaupt jemand nach draußen geht.
Der Morgen im Hotel
Bevor überhaupt jemand nach draußen geht, bleiben noch ein paar Stunden, in denen nichts drängt. Das Kleid hängt in der Fensternische, die Ringe warten in der Schatulle, und das Hotel ist um diese Zeit stiller, als es den restlichen Tag sein wird.




Der Bräutigam hat unterdessen sein eigenes Programm. Die Hotelbar ist meist der erste Ort, an dem die Trauzeugen zusammenkommen — und der letzte ruhige Moment, bevor der Rest des Tages anläuft.

Die Hauptkolonnade
Vom Platz vor der Fontäne aus sieht man sie ganz: hundertzwanzig Meter verglaste Arkade und an ihrem Ende ein gelbes Portal mit Kuppel. Drinnen entstehen die meisten Hochzeitsbilder, aber erst diese eine Aufnahme zeigt, wie lang die Kolonnade ist.

Die gusseiserne Konstruktion von 1889 wurde in Blansko gegossen und vor Ort wie ein Baukasten verschraubt. Die Decke ist bemalt, der Boden spiegelblank poliert, und zwischen den Säulen fällt das Licht in regelmäßigen Streifen ein — deshalb wird hier auch dann fotografiert, wenn die Hochzeit anderswo stattfindet.

Die Kolonnade ist öffentlicher Raum, niemand sperrt sie allein für Sie ab. Das klingt nach einem Nachteil, bedeutet aber vor allem: die Morgenstunde ist hier umsonst zu haben und niemand vertreibt Sie daraus. Am Nachmittag kehrt sich das um — die Promenade wird lebendig, zwischen den Säulen gehen Menschen mit Trinkbechern, und die Bilder bekommen eine ganz andere Stimmung: lebhafter, weniger durchkomponiert.


Wie die Kolonnade entstand und warum sie so aussieht, erzählt der Artikel über ihre Geschichte.
Die Singende Fontäne
Die runde Fontäne liegt vor der Kolonnade und spielt zu jeder ungeraden Stunde. Das Repertoire steht fest, ein Stück dauert etwa zehn Minuten, und nach Einbruch der Dunkelheit kommt Licht dazu. Für eine Hochzeit hat das eine praktische Eigenschaft: Es ist der einzige Programmpunkt, den man auf die Minute planen kann, ohne ihn bestellen zu müssen.

Der ganze Hochzeitstag passt hier in zehn Minuten Fußweg.
Von der Trauung zum Bankett und von dort ins Hotel
Die Fontäne steht direkt neben unserer Kolonnade, ein Sonderstück zur gewünschten Zeit klären Sie also direkt mit uns — betrieben wird die Fontäne von der Stadt, die Absprache übernehmen aber wir. Mehr darüber, wie die Fontäne entstand und was sie spielt, steht auf der Seite über die Kolonnade.
Kreuzquellen-Pavillon und Kurpark
Ein paar hundert Meter von der Kolonnade steht ein weißer Pavillon mit Kupferkuppel. Davor Rasen, dahinter Wald — und dazwischen genug Platz für eine kleine Trauung, nach der man zu Fuß zum Bankett geht.



Weiße Säulen haben die Eigenschaft, Licht in die Gesichter zurückzuwerfen. Fotografisch heißt das weiche Schatten auch mittags, wenn die Sonne anderswo unbrauchbar ist — und deshalb kommt man hierher genau zu der Stunde, die sonst niemand wählen würde.

Die Treppe zur Kirche
Von der Kreuzquelle führt eine Treppe hinauf zur Kirche Mariä Himmelfahrt. Der neubyzantinische Bau von 1844–1848 ist aus dem Park schon von weitem zu sehen, und im Frühjahr leuchtet der Hang darunter violett — eine Farbe, die sich niemand in die Hochzeitsdeko zu nehmen traute.

Es ist die einzige Stelle im Zentrum, an der Kolonnade, Kirche und blühender Park zusammen in ein Bild passen. Bezahlt wird das mit Stufen: in Brautschuhen geht man dort nicht zweimal hinauf, also kommt man einmal und richtig.
Das Ende der Kolonnade und das Fresko
Die Kolonnade endet mit einer Treppe unter einem Deckenfresko. Es ist die dunkelste Ecke des ganzen Wandelgangs und zugleich die einzige Stelle, an der der Hintergrund eine eigene Geschichte erzählt statt bloßer Architektur.


Drinnen: der Marmorsaal
Das Bankett findet in der Stadt am häufigsten im Gesellschaftshaus statt. Der Marmorsaal hat eine Freskendecke, Kristalllüster und ein Parkett, auf dem seit 1900 getanzt wird — und er ist der einzige, in den eine Hochzeit passt, die man nicht kürzen muss.




Die Kapazitäten der einzelnen Säle — von fünfzig in der Edward-Bibliothek bis zu dreihundert beim Bankett im Marmorsaal — stehen in der Tabelle auf der Hochzeitsseite.
Draußen und im Grünen
Nicht jede Trauung findet in der Stadt statt. Soll sie unter freiem Himmel sein, sucht man eine Wiese, einen Pavillon oder einen Waldrand — und die Stimmung ist eine völlig andere: weniger Architektur, mehr Gras und Bäume.



Eine Trauung im Freien wird aber immer mit einem Saal in Reserve geplant. In einer Talmulde auf sechshundertdreißig Metern regnet es auch im Juni, und die Entscheidung fällt am Morgen des Trauungstages — deshalb lohnt es sich, den Blumenschmuck so zu entwerfen, dass er sich nach drinnen tragen lässt.
Das Hochzeits-Marienbad in Zahlen
120 m
gusseiserne Kolonnade von 1889, unter der man gehen und tanzen kann
5 Säle
historische Säle des Gesellschaftshauses, von fünfzig bis dreihundert Gästen
7 Hotels
Kurhotels in Gehweite von Trauung und Bankett
Was daraus folgt
Alle Orte in diesem Artikel trennen höchstens zehn Minuten Fußweg. Das ist keine touristische Angabe, sondern eine praktische: Es bedeutet, dass zwischen Trauung und Bankett niemand irgendwohin gefahren werden muss, dass die Gäste sich dazwischen die Beine vertreten können und dass der Fotograf nicht den halben Tag mit Wegstrecken verbringt.
Der Rest — Termine, Kapazitäten, wer was vermietet und was früher zu klären ist als alles andere — steht auf der Hochzeitsseite.
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